Laubbäume lassen die Kassen klingeln

Durch die langfristigen Veränderungen des Klimas, steht der Waldbau zweifelsohne vor großen Herausforderungen. Wie der Wald der Zukunft aussehen kann wird vieler Orts heiß diskutiert. Denn es müssen nicht nur ökologische sondern auch ökonomische Ziele berücksichtigt werden. Doch auf Grundlage einer neuen Analyse der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg lässt sich sagen – Laubbäume lohnen sich richtig.

Das Holz von Pappel und Eichen wird bereits in großen Mengen vermarktet, von anderen Laubbaumarten werden jedoch nur sehr geringe Mengen verkauft. Da diese Erlöse in den Statistiken, wenn überhaupt nur zusammengefasst erscheinen, lässt sich ein differenziertes Bild auf dieser Datengrundlage unmöglich erstellen. Um dennoch eine Bewertungsgrundlage zu erhalten, wurden Submissionsverkäufe analysiert und verglichen. Bei dieser Art des Verkaufs wird das Wertholz an den Meistbietenden verkauft. Die Angebote erfolgen schriftlich. Enorm hohe Preise konnten mit Birnen-, Nuss- und Apfelholz erzielt werden. Und obwohl diese Baumarten einen geringeren Wertholzanteil im Vergleich zu anderen Sortimenten aufweisen, so lässt sich mit ihnen ein Großteil des Erlöses eines Bestandes erwirtschaften. Jedoch nur, wenn die besten Stammstücken einen hohen Preis erzielen.

Nussbäume sind die Spitzenreiter

Insbesondere für die Wal- und Schwarznuss wurden Spitzenpreise erzielt. Denn beide Baumarten wurden mit durchschnittlich 500€ pro Festmeter (fm) gehandelt. Und auch für Holz aus dem “C” Sortiment lag der Erlös mit 250€/fm über dem des besten Sortimentes der anderen Baumarten. Ulmenholz wird ebenfalls mit einem hohen Preis gehandelt, ist jedoch auf Grund des Ulmensterbens schlicht schwer erhältlich. Aber auch für Birnen- und Apfelholz wurden mit rund 300€ pro Festmeter hohe Preise erzielt. Lediglich die Erlöse für Linde mit 130€/fm, sowie Hainbuche und Feldahorn mit 100€/fm lagen deutlich darunter.

Beachtlich ist, dass Nuss, Birne und Ulme mit relativ geringen Mittendurchmessern von 35-40cm bereits hohe Preise erzielten. Weiter wurde bei den Versteigerungen hauptsächlich Holz verkauft, das unter dem empfohlenen Brusthöhendurchmesser (BHD) von 60cm liegt. Denn lediglich ein Drittel des verkauften Holzes wies einen BHD von 60cm am stehenden Holz auf.

Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg

Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg kurz FVA BW, übernimmt Aufgaben wie Fortbildung und die Beratung von Politik, Verwaltung und Betrieben sowie die Erforschung und das Monitoring des Waldes. Ziel ist es, mit Hilfe von Messungen und Analysen längerfristig Veränderungen im ökologischen, ökonomischen und sozialen Kontext des Waldes herauszuarbeiten. Mit dem Projekt “Auwald im Klimawandel” wurde ein für Waldbewirtschafter und Waldbesitzer mit Sicherheit hoch interessantes Thema beleuchtet.

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