Asiatischer Laubholzbockkäfer

Ursprünglich ist der Asiatischen Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis) in China, Taiwan und Korea beheimatet. In seiner Heimat ist er über eine weite Nord-Süd-Ausdehnung verbreitet und brachte seit Ende der 70er Jahre bereits mehr als 200 Millionen Bäume zum Absterben. Erstmals in Europa wurde der Käfer 2001 im oberösterreichischen Braunau entdeckt. Seitdem wurden auch Befälle in Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden und England gemeldet. 2012 schließlich wurden die ersten Befälle an Ahornbäumen in der Schweiz entdeckt. Diese weite Ausbreitung ist der Grund für große Besorgnis in Europa. Er stellt eine große Gefahr dar, weil er eine Reihe von Baumarten als Wirtsbäume nutzen kann. Bereits gefunden wurde er z.B. in Bayern an folgenden Baumarten: Ahorn, Baumhasel, Birke, Esche, Pappel, Rosskastanie, Weide und Vogelbeere. Die Larven des Asiatischen Laubholzbockkäfers überleben auch Wintertemperaturen von minus 15 Grad.

Eigenschaften

Mit einer Körperlänge von 2 bis 3,7 cm ist der Asiatische Laubholzbockkäfer sehr groß. Er hat eine auffallend glänzend-schwarze Oberseite, mit weißen bis gelblichen Flecken, die unregelmäßig angeordnet sind. Auch die Anzahl der Flecken schwankt stark und so verfügen manche Käfer über 10 davon und andere bis zu 60. Am Hals besitzen diese Käfer zwei Spitzen, die seitliche Dornen genannt werden. Die Männchen und Weibchen lassen sich gut unterscheiden, denn die Männchen sind kleiner als die Weibchen und ihre Fühler sind doppelt so lang wie ihr Körper. Die Weibchen haben Fühler, die etwa so lang sind wie ihre Körper. Bei beiden Geschlechtern sind die Fühler abwechselnd schwarz und hellblau-grau geringelt.

Lebenszyklus

Vor der Paarung fliegt ein Männchen auf einen geeigneten Baum. Die Weibchen werden anschließend durch Pheromone angelockt. Dann nagt das Weibchen einen Schlitz oder Trichter in die Rinde, um ihre Eier dort hinein zu legen. Dafür bevorzugt sie sonnige Bereiche am Baum, da diese ihre Aktivität erheblich steigert. Die Eier, die sie dann ablegt, haben eine Länge von 5-7 mm, sind flach und cremefarben. 30 – 60 solcher Eier legt ein Weibchen im Schnitt. Besonders produktive Weibchen können jedoch bis zu 200 Eier legen.

Nach der Eiablage dauert es 1 – 2 Wochen, bis die Larven schlüpfen. Diese fressen sich zuerst durch die Rinde, denn die Junglarven dieses Käfers ernähren sich von der Rinde von lebenden Bäumen. Im Laufe ihres Larvendaseins durchläuft sie verschiedene Stadien. Im dritten Stadium beginnt sie sich durch das Holz stammaufwärts zu nagen. Ab hier spielt es keine Rolle mehr, ob das Holz, durch welches sie sich nagt, lebendig, tot oder bereits gefällt ist. Auf ihrem Weg durch den Baum entsteht ein ovaler Gang mit einer Länge von 10 bis 30 cm. Die entstehenden Späne sammeln sich am Fuß des Baumes oder in Astgabeln und sind ein Zeichen dafür, dass der Baum befallen wurde. Nachdem die Larve bis zu 14 Larvenstadien durchlaufen hat, verpuppt sie sich am Ende des Ganges in einem Pfropf. Hierfür nutzt sie die großen Holzspäne, die zuvor auf ihrem Weg angefallen sind.

Nach zwei bis drei Wochen in diesem Puppenstadium verbleibt der nun gehäutete Käfer noch einmal ebenso lange an der gleichen Stelle, bevor er sich durch ein kreisrundes Loch frei nagt. Von nun an ernährt sich der Käfer von der Rinde junger Triebe, welche er rundherum abnagt, und gelegentlich von Blättern und Blattstielen. Ist der Wirtsbaum vital genug, verbleibt der Käfer an diesem. Auch sonst sind die Käfer relativ träge und fliegen nur an sonnigen Tagen, jedoch während der gesamten Vegetationsperiode, das heißt von April bis Oktober. Das führt dazu, dass sie bei der geeigneten Baumartenzusammensetzung zu 98 % in einem Radius von 560 m verbleiben. Sie können sich jedoch während ihres Lebens auch bis zu 3 km weit ausbreiten. Ein Käferleben dauert jedoch nur 1 – 2 Monate. Was in Europa bislang vermutlich die rasante Ausbreitung etwas stoppen konnte, ist der längere Generationszyklus hier von 2 – 3 Jahren. In ihrer Heimat China, aber auch in der USA, dauert er 1 – 2 Jahre. Jedoch kann es auch hier zu kürzeren Generationszyklen kommen, wenn ein Jahr besonders warm war. Dann findet die Eiablage unter Umständen bereits im Herbst statt und nicht erst im Frühjahr des darauffolgenden Jahres.

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