Lawinen und Wälder

Was sind Lawinen?

Eine Lawine ist eine schnelle und plötzliche Rutschung einer großen Menge Schnee den Hang hinunter. Lawinen sind ein natürliches Phänomen in Mittel- und Hochgebirgslagen. Auch in den österreichischen Bergen herrscht im Winter öfters Lawinengefahr. In Mittelgebirgslagen und insbesondere an der Baumgrenze können sie eine erhebliche Auswirkung auf Wälder haben.

Wann besteht Lawinengefahr?

Eine entscheidende Voraussetzung für die Bildung einer Lawine ist die Neigung des Geländes, seine Glätte und Kompaktheit an der Ablösungsstelle. Wichtig ist eine Exposition, die eine übermäßige Ansammlung von windgetragenem Schnee ermöglicht, sowie ein Mangel an Baumvegetation.

Meteorologische Faktoren wie die Höhe des Neuschnees, Wind, Lufttemperatur, möglicher Regen und Sonneneinstrahlung spielen ebenfalls eine bedeutende Rolle bei der Entstehung von Lawinen.

Lawinen sind eine Bedrohung für Menschen

Lawinen stellen eine ernsthafte Gefahr für Menschen dar, die in den Bergen leben. Dies sind Gebiete, in denen es steile Hänge und in der Regel eine dicke Schneedecke gibt.

Jedes Jahr sterben Hunderte von Menschen in europäischen Bergen durch Lawinen. Der größte Anteil von ihnen, normalerweise über 80%, sind Menschen, die sich in freiem Gelände bewegen, wie Skifahrer, Skialpinisten und Bergsteiger. Leider passieren solche Unglücke auch des Öfteren in Österreich, wo sich viele Menschen für den Wintersport begeistern.

Lawinen verursachen auch jedes Jahr erhebliche Schäden an Wohngebäuden, Verkehrsinfrastruktur und Bergwäldern.

Lawinen als natürliche Prozesse

Lawinen sind ein wichtiger natürlicher Prozess und haben daher eine unersetzliche Bedeutung für die Entwicklung natürlicher Gebirgsökosysteme. In der Regel entstehen sie spontan ohne menschliches Eingreifen. In den letzten Jahren, mit dem steigenden Trend des Wintertourismus, nimmt jedoch die Anzahl von Lawinen zu, die durch fahrlässiges Verhalten des Menschen verursacht werden.

Lawinen und Wälder

Gebirgswälder, insbesondere der Wald in der Baumgrenze, sind ein bedeutendes stabilisierendes Element für die Schneedecke. Der Wald beeinflusst somit die Häufigkeit und Größe von Lawinen. Dieser Einfluss wird vom Wald in der Höhenzone ausgeübt, in der er aufgrund der klimatischen Bedingungen noch wachsen kann. Unter diesen Bedingungen ist der Wald ein bedeutendes stabilisierendes Element für die Schneedecke und beeinflusst so die Größe und Häufigkeit von Lawinenabgängen.

Schnee wird insbesondere in natürlichen Gebirgswäldern ungleichmäßig abgelagert. Alte, kräftige Bäume begrenzen die Schneeübertragung durch den Wind erheblich. Auf diese Weise verhindern sie die Bildung von Strömungen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt den Auslöseprozess darstellen könnten, der schließlich zu einer Lawine führen würde.

Viele Experten betrachten Wälder in einigen Bergregionen daher als die beste Prävention gegen Lawinen.

Lawinen und Förster

Eine der Aufgaben von Förstern, die in bewaldeten Gebirgen mit möglichen Lawinengefahren arbeiten, besteht auch darin, diese zu verfolgen, zu überwachen und gegebenenfalls vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen, um ihre zerstörerische Wirkung auf die umliegenden Wälder sowie auf von Menschen errichtete Objekte zu verringern.

Ihre Aktivitäten in Zusammenarbeit mit Touristen, Skifahrern und Bergsteigern führten allmählich zur Gründung spezialisierter Organisationen. Wir kennen solche Organisationen aus den Alpen (Lawinenwarndienst Tirol) oder aus den Karpaten (Lawinenpräventionszentrum, Slowakei).

Ihre Aufgabe besteht darin, täglich die für die Bewertung der Lawinensituation erforderlichen Daten zu sammeln, den Grad der Lawinengefahr zu bestimmen und tägliche Informationen über die Lawinensituation für die Öffentlichkeit zusammenzustellen usw.

Fazit

In Gebieten oberhalb der Baumgrenze sammeln sich oft große Schneemassen an. Das Abrutschen einer großen Menge Schnee den Hang hinunter hat sehr oft verheerende Auswirkungen auf die darunter liegenden Wälder. Es handelt sich hauptsächlich um Staub- oder Grundlawinen aus schwerem nassen Schnee, die in regelmäßigen Abständen tief in die Bergwaldzone eindringen.

Die Verteilung der Wälder in Bergtälern mit regelmäßig auftretenden Lawinen spiegelt sehr deutlich die Gebiete wider, die aus verschiedenen Gründen von Lawinen gemieden werden. Dort wachsen mehrere Jahrhunderte alte Wälder. Es steht im starken Kontrast, wenn nur wenige Meter daneben ein steiler Hang liegt, auf dem Tonnen von schwerem Schnee in Form von Lawinen fast jedes Jahr fallen. Lawinen modellieren somit die Verteilung der Wälder in Tälern in ganz Europa.

Vlado Vancura, European Wilderness Society

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert