BEECH POWER: Alte Buchenwälder in Europa schützen

Seit 2019 läuft das Projekt „BEECH POWER – Welterbe Buchenwälder: Stärkung einer ökosystem-basierten nachhaltigen Entwicklung“. Das übergeordnete Ziel dieses internationalen Projektes ist es, das integrierte Management der UNESCO Welterbe-Stätte „Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“ zu verbessern. Durch die stärkere Einbindung der verschiedenen administrativen Ebenen und die Aktivierung aller relevanten Interessengruppen im Umfeld der Schutzgebiete sollen Qualität und Effektivität des Weltnaturerbe-Managements (Schutz der Integrität der Ökosysteme, regionale Verankerung) in den Teilgebieten erhöht werden. 

Zusammen mit sechs Partnern in fünf europäischen Ländern macht sich die European Wilderness Society für die UNESCO-Weltnaturerbestätte stark. Unter der Leitung der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde arbeiten Buchenwald-Welterebestätten in Deutschland, Kroatien, Slowenien, Slowakei und Österreich zusammen, um innovative Modelle für eine nachhaltige Regionalentwicklung in den Welterbe-Regionen zu entwickeln. Neben zahlreichen anderen Aktivitäten soll ein „Buchenwald-Qualitäts-Standard“ erarbeitet werden, der die Verwaltung der Welterbestätten, aber auch öffentliche Stellen sowie Akteure der lokalen Zivilgesellschaft in ihrer täglichen Arbeit unterstützen soll.

Einzigartiges Welterbe

Das serielle Welterbe “Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“ stellt mit seinen mehr als 40 Buchenwald-Schutzgebieten in 12 europäischen Ländern die größte und komplexeste Welterbestätte der UNESCO dar. Die Welterbestätte in der jetzigen gesamteuropäischen Form besteht erst seit 2017. Sie bietet ein vielfältiges Potenzial für Naturschutz und nachhaltige Entwicklung von Regionen und Kommunen.Dieses Potenzial muss sich allerdings noch besser entwickeln, findet das internationale Team, das im neuen EU-Projekt „BEECH POWER“ für die nächsten drei Jahre zusammenarbeitet.

Im Austausch mit allen Akteuren wie zum Beispiel den Waldbesitzer*innen und Gemeinden wollen wir gemeinsam Lösungen finden, um klare und wirkungsvolle Handlungsempfehlungen zu entwickeln.

Marcus Waldherr
HNEE-Projektkoordinator

Während die involvierten Schutzgebietsverwaltungen vor ähnlichen Herausforderungen stehen, unterscheiden sich die jeweiligen ökologischen und sozioökonomischen Zusammenhänge auf lokaler und nationaler Ebene erheblich. So sehen sich beispielsweise lokale Verwaltungseinheiten mit einigen Herausforderungen konfrontiert, wenn es um das Management von Pufferzonen, den angrenzenden Bereichen zum Schutzgebiet, geht. Das Projekt aus dem Programm „Interreg-Zentraleuropa“ BEECH POWER bringt Wissenschaftler*innen, Praxispartner*innen und Bürger*innen aus den jeweiligen Regionen zusammen. Anhand dreier Arbeitspakete soll das Management für die Schutzgebiete verbessert werden. Ziel ist die Verbesserung der Qualität und Effektivität des integrierten Managements der gesamten Weltnaturerbestätte. Dies soll durch die stärkere Einbindung von relevanten Behörden, regionalen Akteurinnen und Interessengruppen der Zivilgesellschaft, den Aufbau eines adäquaten Pufferzonen-Managementsystems erreicht werden.

BEECH POWER fördert regionale Prozesse auf internationaler Ebene

Im Rahmen partizipativer Prozesse werden Strategien für eine ökosystembasierte, nachhaltige Entwicklung in der Region erarbeitet. Verschiedene Pilotmaßnahmen beinhalten z. B. die Einrichtung lokaler Arbeitsgruppen, die Durchführung eines Jugend-Austauschprogramms und die Umsetzung einer regionalen Marketingstrategie.Das Projekt trägt erheblich dazu bei, Teilgebiete der Weltnaturerbestätte stärker in der jeweiligen Region zu verankern. Dadurch wird sowohl die Akzeptanz der Schutzgebiete als auch die Identifikation der lokalen Bevölkerung mit dem Weltnaturerbe als regionale Besonderheit von globaler Bedeutung gesteigert, zudem wird auch die lokale bzw. (inter-)regionale Vernetzung relevanter Akteurinnen und die Zusammenarbeit mit den Partner-Schutzgebieten und -Kommunen intensiviert.

Mehr Informationen auf der Projekt-Webseite und Facebook (auf Englisch).

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