FeaturedWebinare zum Thema Wald

Am 23.7. starten wir eine Reihe von Webinare / Online-Fachvorträgen. In Abständen von ca. zwei Wochen berichten Experten von ihren Erfahrungen und Ideen, warum Biodiversität im Wald so wichtig ist, wie sie geschützt werden kann und wie die Zukunft unserer heimischen Wälder aussehen könnte.

Unsere Fachvorträge und Webinare bieten zahlreiche Fallbeispiele aus Österrreich und europäischen Nachbarländern mit dem Ziel, die schrittweise Anpassung der österreichischen Forstpolitik an die Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte aufgrund von Klimaveränderungen zu unterstützen. Die Vorträge unterstützen auch den Blick auf faunistische und floristische Biodiversität in Wald und Waldrandumgebung aus mehreren Perspektiven.

Webinare zu diversen Themen

Die Fachvorträge stellen innovative Ansätze aus Österreich und anderen Ländern Europas vor, um unsere Wälder zukunftsfähig zu gestalten. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Biodiversität. Diese wird auf mehreren Perspektiven beleuchtet. Einerseits aus der Perspektive des gezielten Waldbaus, wie der Wahl der Arten für Wirtschaftsbäume, andererseits mit Sicht auf die natürliche Biodiversität mit Fokus auf gefährdete Arten und wichtige Ökosystemprozesse. Dabei wird reflektiert, wie diese Ansätze großflächig in Österreich umgesetzt werden können. Themen umfassen z.B. folgende:

  • Auswirkungen von Forstmaßnahmen auf die Waldökosysteme
  • Management von Wildtieren
  • Unterschiede in der Wald- und Wildtierbewirtschaftung in und außerhalb von Schutzgebieten
  • Gesetzlicher Rahmen und Leitlinien für staatlichen und privaten Forst
  • Gezielter Einsatz von zukunftsfähigen Baumarten im Waldbau
  • Gefahren durch zunehmende Trockenheit
  • Prävention, Bekämpfung und Wiederaufforstung von / nach Waldbränden
  • Naturnahes Waldmanagement als klimaresilientes Model

Eingeladen zu den Fachvorträgen sind staatliche und private Waldmanager und andere Interessierte. Konkrete praktische Praxisbeispiele spielen eine wichtige Rolle und nach jedem Vortrag wird es Raum für Fragen und Diskussionen geben. Die Anmeldung für die Vorträge können Sie auf der Infoseiten der Veranstaltungen vornehmen.

Informationen auf Webseite und in Journalen

Falls Sie nicht an dern Webinaren teilnehmen können, können Sie sich auch auf dieser Webseite über unsere Themen informieren. Hier erscheinen regelmäßig Artikel, die Sie über einzelne Themen informieren. Zusätzlich erscheinen vier Journale, die unsere Themen zusammenfassen und ansprechend präsentieren.

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Spannende Outdoor-Workshops mit Jugendlichen im Wald

Ende September hielt die European Wilderness Society mehrere outdoor-Workshops ab, um Jugendlichen aus Italien, Slowenien, Österreich, Deutschland und der Ukraine die Bedeutung des Waldes, seine Funktionen sowie wichtige Infos zum Verhalten im Wald näherzubringen. Die 3 Workshops mit je ca. 20 TeilnehmerInnen fanden im Salzburger Lungau statt, natürlich direkt im Wald.

Junge Forscher im Wald

Zu Beginn zählten die Jugendlichen alle möglichen Tier- und Pflanzenarten auf, die ihnen als Bewohner des Waldes einfielen.

Die Jugendlichen erforschten direkt vor Ort die verschiedenen Stockwerke des Waldes. Sie entdeckten Käfer, Schnecken und andere Bewohner der Bodenschicht, das eine oder andere Eichhörnchen als Bewohner der Kronenschicht sowie verschiedene Vögel, die mehr gehört als gesehen wurden. Die Jugendlichen versuchten anhand der Rinde und der Blätter oder Nadeln die verschiedenen Baumarten zu bestimmen und die Waldzusammensetzung abzuleiten. In dieser Region sind vorwiegend Nadel- oder Nadelmischwälder zu finden. Auch die wichtigen Funktionen des Waldes als Schutzwald, Lebensraum für Menschen, Tiere, Pflanzen und Pilze, Schadstofffilter, im Klimaschutz sowie die Waldnutzung und deren Auswirkungen wurden vom Workshopleiter erklärt.

Danach erfuhren die Jugendlichen die Prinzipien von „Respect Nature“, also wie man sich im Wald und in der Wildnis richtig verhält.

Wie man richtig Feuer macht

Dann ging es ans Eingemachte: Der Wildnisexperte Vlado Vancura zeigte den Jugendlichen, wie man in freier Natur richtig und gefahrlos ein Feuer macht. Feuer spielte immer eine sehr wichtige Rolle im menschlichen Leben. Viele Jahrhunderte lang wurde es für die Essenszubereitung, zum Aufwärmen etc. verwendet. Kurz gesagt, das Leben spielte sich rund um das Feuer ab. Heutzutage wird das „Lagerfeuer“ als Freizeitaktivität angesehen und dabei ist es sehr wichtig, genau zu wissen, wie man es richtig macht. Aufgrund der Klimaveränderung und daraus resultierender Trockenheit und Waldbrandgefahr muss man sehr vorsichtig sein, wenn man ein Feuer in freier Natur machen will.

Nachdem die Jugendlichen im Wald einiges an Feuerholz gesammelt hatten, ging es los. Vlado erklärte die richtige Aufschichtung des Holzes, das Anzünden sowie das Löschen des Feuers am Ende.

Kurz zusammengefasst: Wenn jemand in freier Natur in Feuer machen will, ist die wichtigste Regel, zuerst zu checken, ob das überhaupt erlaubt ist. Denn es gibt einige europäische Länder, wo das Feuer machen in freier Natur verboten ist. Als Alternative zum Lagerfeuer gibt es heutzutage auch kleine tragbare Griller, die ebenfalls wärmen und man sich schnell etwas zu essen kochen kann.

Wenn man sich aber doch entschließt, ein Feuer zu machen, sollte man sich sicher sein, dass:

– man es nicht direkt im Wald macht,

– es windstill ist,

– bereits existierende Feuerstellen verwendet werden,

– nur kleine Stücke von Totholz verwendet werden und niemals frisch abgeschnittene Äste von Nadelhölzern.

Es ist auch sehr wichtig, das Feuer die ganze Zeit im Auge zu behalten und am Ende das Feuer mit Wasser zu löschen. Auch da sollte man sicher gehen, dass wirklich alles gelöscht ist und keine Glut mehr vorhanden ist.

Literaturexkurs am Lagerfeuer

In der angenehmen Atmosphäre des Lagerfeuers wurden den Jugendlichen die 4 Fachjournale, die im Rahmen des Projektes „Multiperspektivischer Blick auf die Biodiversität im Wald“ entstanden sind, vorgestellt. Die Hefte behandeln folgende Themen: Neue Arten – Chance oder Risiko, Waldbrände – von der Prävention zur Regeneration, Der Einfluss von Fauna auf den Wald, Hin zur naturnahen Waldwirtschaft.

Die Jugendlichen nahmen sehr viele neue und inspirierende Erfahrungen von diesen Workshops mit nach Hause und wir bedanken uns bei ihnen für den tollen Tag!

Einblick in den Ukrainischen Forst

Biodiversität im Wald
Biodiversität im Wald
Einblick in den Ukrainischen Forst
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Drei Forstexpertinnen aus der Ukraine geben Einblick in ihre Arbeit und in die Unterschiede zwischen Österreichischen und Ukrainischen Wäldern.

Ein Hutewald für Schweine und Biodiversität

Biodiversität im Wald
Biodiversität im Wald
Ein Hutewald für Schweine und Biodiversität
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Wie Freilandschweine zu Waldschweinen werden – Susi Hobl und David Fuchs erzählen vom alten Konzept Hutewald

2,5 ha groß ist der Hutewald der 90 Schweine vom Hoblhof, den Susi Hobl und David Fuchs gemeinsam mit ihrer Familie bewirtschaften. Die Obstbäume, Eschen, Kastanien, Eichen und viele andere Sorten ernähren die Schweine teilweise, bieten Schutz vor Sonne und auch Lebensraum für viele andere Tierarten.

Was ein Hutewald, auch Weidewald genannt, genau ist, wie die beiden auf die Idee kamen, Bäume für ihre Schweine zu pflanzen und welche Vorteile (und auch Nachteile) der Wald mit sich bringt, erzählen sie im Podcast.

Wer sich für den Hutewald interessiert und vielleicht sogar selbst einen pflanzen möchte oder gerne bei den Pflanzaktionen dabei wäre, kann sich bei David und Susi melden. https://www.hoblhof.at/

Eulenworkshops go international

Im September konnten wir unsere Workshops im Projekt “Eulen-Spiegel” erstmals einem internationalen Publikum vorstellen. Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren aus ganz Europa, genauer gesagt aus Italien, Slowenien, Deutschland, Österreich und der Ukraine, nahmen teil. 3 Workshops mit je 17 bis 23 Jugendlichen hielt das Team der European Wilderness Society mit ihren Eulen-Experten über die europäischen Eulenarten, ihre Besonderheiten, ihren Schutz und ihre Lebensräume.

Die Workshops waren auf Englisch, es war jedoch insgesamt ein bunter Mix aus allen Sprachen. Da die Gruppe der Eulen recht überschaubar ist, ließ sich mit den wissenschaftlichen Namen gut arbeiten und schon nach kurzer Zeit wusste jeder, welche Eulenart gemeint ist.

In den Workshops lernten die Jugendlichen die verschiedenen europäischen Arten in einer kurzen Präsentation kennen.Dei 3 Stoffmaskottchen Schneeeule, Schleiereule und Waldohreule waren natürlich auch wieder mit dabei und erfreuten sich großer Beliebtheit. Im praktischen Teil durften die Kinder anhand von Hörbeispielen die Stimmen der verschiedenen Arten erraten. Das war gar nicht so einfach und nur Waldkauz und Uhu wurden von allen mit Sicherheit erkannt. Danach waren die verschiedenen Federn an der Reihe, die die Jugendlichen mit Lupen und Becherlupen näher anschauten und befühlten. Zum Vergleich gab es auch einige Federn von Greifvögeln, die sich viel härter und glatter, und nicht so seidig weich wie die Eulenfedern anfühlen.

Das Highlight waren natürlich wieder die Untersuchungen der Gewölle der verschiedenen Eulenarten. Mit Pinzetten, Schalen und Lupen ausgerüstet wurde allerlei Knochenmaterial zutage gefördert und versucht, dieses mittels Bestimmungsunterlagen den Beutetieren der Eulen zuzuordnen. Da gab es natürlich auch wieder ganz amüsanten sprachlichen Kauderwelsch.

Am Ende wurden die Jugendlichen nochmals auf die Wichtigkeit von naturbelassenen Wäldern, alten Baumbeständen und Nistmöglichkeiten für Eulen hingewiesen und es kamen einige Ideen, was sie dazu in ihren jeweiligen Heimatorten umsetzen könnten.

Nach den 3 Workshops war die Workshopleiterin müde, aber glücklich, und die Jugendlichen voller Enthusiasmus für die Welt der Eulen.

Bodenerosion

Biodiversität im Wald
Biodiversität im Wald
Bodenerosion
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Was wir gegen Bodenerosion tun können? Zum Beispiel bei Kleinproduzentinnen und – produzenten einkaufen, und diese unterstützen. Wieso das so wichtig ist erklärt Thomas Schranz in dieser Folge.

Neue Karten zeigen wie Wälder in Österreich geschützt und genützt werden

Die Wichtigkeit von Wäldern auf globaler und lokaler Ebene ist inzwischen hinreichend bekannt. Für uns Menschen sind Wälder auf der ganzen Welt nicht nur eine bedeutende Quelle für natürliche Ressourcen, sondern auch Rückzugsort für wichtige Tier- und Pflanzenarten sowie ein Platz für Erholung Freizeitaktivitäten. Im Zuge des weltweiten Klimawandels werden sie außerdem immer wertvoller als CO2-Speicher und zur Regulation des lokalen Klimas. Innerhalb eines Waldes kann es nämlich bis zu 5° Celsius kühler sein als außerhalb der schützenden Baumkronen.

Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft in Österreichs hat nun neuen Karten mit dem Schutzstatus österreichischer Wälder erstellt.

Was zeigen die neuen Karten?

Die Karten sind ab sofort online abrufbar und für jeden auf der Seite schutzwald.at/karten öffentlich verfügbar. Die interaktiven Karten sind mithilfe von GIS (Geographical Information System) Software erstellt worden und über eine Basiskarte von Österreich gelegt.

Interessierte Nutzer können sich nun die Verbreitung der verschiedenen Schutzkategorien ansehen, sowie in niedrigerer Auflösung auch Karten der Bannwälder und flächenwirtschaftlichen Projekte.

Wie wurden die Karten erstellt?

Die Daten für die Karten kommen aus jahrelangen Erhebungen und Forschung zum Thema Wald in Österreich. Primär geht es dabei natürlich um die Schutzfunktion, weshalb Geodaten über Naturgefahren an erster Stelle standen. Geografische Informationen darüber, wo und wie oft etwa Lawinen, Steinschläge, Erdrutsche oder andere Naturereignisse passieren, wurden mit Infrastruktur-Daten kombiniert um eine lokale Gefahrenstufe zu erzeugen (=Objektschutzfunktion).

Außerdem wurden Waldgebiete eingeschlossen, die in Bezug auf Wind, Wasser oder Schwerkraft eine schützende Wirkung haben. Beispielsweise indem sie mit ihrem Wurzelgeflecht Erosion verhindern, oder die Wirkung von Überschwemmungen abmindern.

Die hierdurch entstandenen Kategorien wurden dann von Experten kontrolliert. Alle 3 Jahre sollen die Karten ab jetzt überprüft und falls nötig aktualisiert werden, um immer auf dem neuesten Stand zu bleiben.

Warum gibt es solche Karten?

Für interessierte Bürger stellen solche Karten eine einfach zugängliche Informationsquelle über Österreichs Wälder dar. Sie sollen auch bei der Öffentlichkeit das Bewusstsein für die Wichtigkeit der Wälder stärken und mehr Aufmerksamkeit auf das Ökosystem Wald lenken. Visuelle Medien wie solche Karten sind bei der Wissensvermittlung and die breite Öffentlichkeit ein wichtiger Bestandteil.

Besonders wichtig sind solche Karten aber auch für die in der Forstwirtschaft agierenden Personen: sie stellen eine kostenlose, übergreifende und öffentlich verfügbare Grundlage dar, die bei Kommunikation und Planung über Wald-bezogene Projekte wichtig sein wird. Sie können also als Hilfsmittel für zukünftige Schutzprojekte und Forstwirtschafts-Maßnahmen verwendet werden.

Ähnlich hilfreiche Karten gab es schon früher, z.B. eine Waldbrand-Risiko-Karte.

Fazit

Die neuen Schutzkarten werden also ein wichtiges Hilfsmittel für Planung und Management in der Forstwirtschaft und öffentlichen Sicherheit sein. Außerdem bieten sie der interessierten Öffentlichkeit eine frei zugängliche Informationsquelle über Österreichs Wälder. Sie heben dabei deren Funktion nicht nur für die Ökosysteme, sondern auch für uns Menschen hervor.

Neue Baumarten in der Tischlerei

Biodiversität im Wald
Biodiversität im Wald
Neue Baumarten in der Tischlerei
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Dass der Klimawandel die Baumartenzusammensetzung in österreichischen Wäldern verändern wird, steht außer Frage. Wir sprechen in dieser Folge mit dem Tischler Nino Prettner darüber, welche Auswirkungen die neuen Arten auf Tischlereien haben.