Kommende Exkursionen 2020

Im Zuge des Projektes “Multiperspektivischer Blick auf die Biodiversität in Wäldern und Waldrandzonen” werden nächstes Jahr drei Exkursionen zu verschiedenen Themen angeboten.

Die erste Exkursion führt in die wilde Slovakei. Behandelt werden hier die Auswirkungen auf Waldrandgebiete nach dem Beenden der Beweidung und die Auswirkungen der Beutegreifer auf die Wildbestände und den Wald.
Die folgende Exkursion führt in das sonnige Norddeutschland. Dort wird es um die zunehmenden Waldbrandflächen auf forstwirtschaftlich genutzten Flächen, nachhaltige Alternativen in Städten oder näheres zu dem Forschungsprojekt ‘Gläserner Forstbetrieb‘ gehen.
Die dritte Exkursion wird im alpinen Italien stattfinden. Hier wird es um die Auswirkung steigender Temperaturen auf Buchenbestände gehen. Desweiteren steht die Interaktion zwischen Beutegreifern und Schwarzwild im Fokus.

In den nächsten Tagen werden genaue Termine festgelegt, für die Sie sich anmelden können.

Auch Borkenkäfer tragen zur Artenvielfalt bei

Die langanhaltende Hitze und daraus resultierende Trockenheit in vielen Teilen Deutschlands und der Welt, wirken sich nicht nur auf die Waldbrandgefahr aus, sondern erhöhen auch die Gefahr eines Borkenkäferbefalls. Durch die Trockenheit entsteht eine Stresssituation und die Bäume sind geschwächt. Das prädestiniert sie für den Befall von Borkenkäfern. 

Borkenkäfer bevorzugen geschwächte oder kranke Bäume. In diese können sie einfacher eindringen und die Bäume sind nicht in der Lage viel Harz als Abwehrreaktion gegen die Käfer zu bilden. Wenn ein Baum befallen ist, fressen sich die Larven unter der Rinde durch das Kambium, dabei unterbrechen so den Wasser- und Nährstofffluss des Baumes. Bei starkem Befall führt das zum Tod des Baumes.  

Problematisch für gesunde Bäume wird es erst bei einer Massenvermehrung der Borkenkäfer. Durch die Unmengen an Käfern fehlt ihnen „geeigneter“ Lebens- und Brutraum, dann befallen sie auch gesunde Bäume. Aufgrund des trockenen, für Borkenkäfer aber optimalen, Sommers 2018 hatten sie schon letztes Jahr gute Bedingungen und in einer Saison konnten drei vollständig entwickelte Generationen nachgewiesen werden.
Wegen dieser hohen Ausgangslage an Käfern, konnten sie dieses Frühjahr direkt ausfliegen und neue Bäume besiedeln. Auch die hohen Temperaturen ließen dieses Jahr ein gutes Jahr für die Borkenkäfer sein. Die großen Mengen Holz, die durch vergangene Stürme und Schneebruch im Wald verweilen, begünstigten zusätzlich die Verhältnisse für den Käferbefall. Die befallenen Teile des Waldes und größeren Mengen an Käferholz, werden mit kritischen Augen betrachtet, gilt der Borkenkäfer doch als größter Schädling in der Forstwirtschaft.

Nicht nur Zerstörung

Aber der Borkenkäfer bedeutet nicht nur Verlust und Zerstörung. Ein gutes Beispiel ist der Nationalpark Bayrischer Wald. In den 1990ern gab es hier Massenvermehrungen des Borkenkäfers, der Hektar um Hektar des Waldes befiel, allerdings wurde beschlossen nicht in das Geschehen einzugreifen. Ganz nach dem Motto „Natur Natur sein lassen“ wurden keine Sanitätshiebe durchgeführt, keine liegenden Bäume entrindet oder Totholz aus dem Wald geholt. Auch wenn es zu Beginn so aussah, dass sich der Wald nicht erholen wird und nur noch aus kahlen Baumskeletten besteht, ist im Laufe der Zeit wieder neuer Wald entstanden.

Der Borkenkäfer ist sozusagen ‚zuständig‘ für den Neuanfang im Wald, er trägt zu neuer Verjüngung bei. Durch die abgestorbenen Bäume fällt mehr Licht auf den Waldboden und ermöglicht es neuen und anderen Pflanzen und Baumsämlingen zu wachsen. Auch diejenigen, die viel Licht benötigen. Das verbleibende Totholz dient z.B. als Wasserspeicher und liefert Lebensraum für viele seltene Tier- und Pflanzenarten, die zum Teil auf solche Lebensräume angewiesen sind, wie diverse Käferarten und der Duftende Feuerschwamm. Dieser Pilz kommt nur in Urwaldrelikten vor, benötigt sehr alte Tannen zum Leben und ist selten zu finden. Der Borkenkäfer trägt somit zur Artenvielfalt bei und bringt den (natürlichen) Kreislauf der Natur in Schwung. Zu Anfang hat er zwar eine Zerstörung hervorgerufen, danach kommt aber ein Neuanfang.

Waldbrände im Amazonas

Waldbrände sind Ereignisse, die natürlicherweise Auftreten und für manche Baumarten sogar essenziell zur Verjüngung sind. Die Zapfen dieser Nadelbäume öffnen sich erst bei großen Temperaturen und entlassen so das Samenmaterial für eine neue Generation. Brände gehören zum Ökosystem und tragen so zu neuer und anderer Vielfalt bei.
Auf natürlichem Weg entstehen Feuer z.B. durch einen Blitzeinschlag oder durch spontane Entzündung, die meisten Feuer werden allerdings durch den Menschen verursacht. Eine noch glimmende Zigarette aus dem Auto entsorgt oder ein Funkenflug der Feuerstelle und schon kann sich ein Brand entwickeln. Besonders dann, wenn es trocken ist, was dieses Jahr auch im Amazonas der Fall ist.

Was sich in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und anderen Teilen Deutschlands, Skandinaviens, Australiens oder der Arktis abspielt, findet sich auch im Amazonas. Die zurzeit dort auftretenden Waldbrände sind mehrheitlich von den Menschen verursacht, da Brände im Regenwald normalerweise keine natürlichen Prozesse sind. Um genaueres über die Feuer zu erfahren, können Forscher Sattelitenbilder verwenden, um die Vorgänge zu interpretieren. Mit solchen Bildern können sie sehen, dass die meisten Brände nach linearen Mustern auftreten, was für natürlich auftretende Brände nicht üblich ist. Daraus schließen sie, dass viele der Brände von oder in der Nähe von Straßen entstanden sind und somit durch Menschenhand verursacht wurden.

Bolsonaros Politik Schuld an Amazonas-Bränden?

Es ist kein Geheimnis, dass die Landwirte im Amazonas-Gebiet Feuer verwenden und neues Land für die Kultivierung zu gewinnen. Mit der sogenannten Brandrodung, die seit langer Zeit praktiziert wird, ist es am einfachsten und schnellsten an neues Land zu kommen. Da es einfacher ist, ein Feuer in der Trockenzeit zu starten, warten die Farmer auf genau diese Zeit, um das Land zu verbrennen. Aufgrund der Tatsache, dass dieses Jahr ein sehr trockenes Jahr ist, können sich die Feuer relativ einfach und schnell auch auf den (intakten) Wald ausbreiten. Laut CNN betrug die Anzahl der Brände in Brasilien bis jetzt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 85%. Und es sieht nicht so aus, als ob der brasilianischen Präsident Jair Bolsonaro wirklich bemüht ist die Brände zu stoppen. Einige sagen sogar, dass Bolsonaros Regierungstaktik den Bränden entspricht, da er unter anderem durch den Export von Agrarprodukten das Wirtschaftswachstum in das Land bringen will. Und dafür braucht er Land, das mit Hilfe von Feuer von den Bauern geräumt und erschlossen wird.

Natürlich sind diese Politik und Trockenheit ein großes Problem, es ist aber nicht der einzige Grund, warum die Brände in diesem Jahr so ​​extrem sind. Auch andere Faktoren spielen dazu und beeinflussen die Situation. Wie zum Beispiel Abholzung und illegaler Holzeinschlag zu mehr Bränden führen, da dadurch bessere Bedingungen für Waldbrände geschaffen werden. Wenn die Bäume geerntet werden, bleiben Äste und Blätter auf dem Boden zurück, trocknen und können dann besser brennen. Außerdem ist ein gestörtes, unnatürliches Waldökosystem weniger widerstandsfähig gegen Bedrohungen und äußere Einflüsse. Dadurch können größere Probleme auftreten. Allerdings hat die Rate der illegalen Abholzung und Entwaldung im Laufe der Jahre nicht signifikant abgenommen, und nimmt allmählich, in allen Amazonasländern, wieder mehr zu. (siehe: Abholzung im Amazonas nimmt stark zu) Mit Bolsonaro als Präsident wird dieser Anstieg wahrscheinlich weitergehen, da er, wie erwähnt, seine „Export- und Expansionspolitik“ verfolgt. Der Pakt von Leticia, ein Plan zur Rettung des Regenwaldes, ist zumindest ein Anfangsschritt.

Abholzung im Amazonas nimmt stark zu

Im Sommer 2019 brennen nicht nur Wälder weltweit, sondern die Abholzung im Amazonas-Gebiet nahm im Vergleich zum Vorjahr auch drastisch zu. Diesen Juni lag die Abholzungsrate in Brasilien bereits 88% über dem Vorjahreswert, im Juli sogar 278%. Im Juli wurde mit 2250 km² damit fast viermal soviel Wald im brasilianischen Regenwald abgeholzt wie im Juli 2019.

Dies ist besonders beunruhigend, da die brasilianische Regierung die Abholzung nicht bekämpft, sondern sie unterstützt. Der neue Präsident Jair Bolsonaro ist ein Klimawandel-Leugner und hat mehrmals gedroht, aus dem Pariser Klimaabkommen auszusteigen. Er stellt die Agrarindustrie, die den größten Anteil am brasilianischen Export hat, über den Naturschutz. Nachdem die beschleunigte Abholzung vom brasilianischen Institut für Weltraumforschung veröffentlicht wurde, feuerte der Präsident dessen Chef. Dies begründete er damit, dass das Institut falsche Zahlen veröffentliche, die den Ruf Brasiliens beschädigen. Von nun an werden die Daten des Instituts erst veröffentlicht, wenn diese durch das Umweltministerium geprüft wurden.

Der Schutz des Amazonas ist nur nicht wegen der einmaligen Biodiversität und den indigenen Völkern existenziell, sondern auch weil er die “grüne Lunge des Planeten” ist und damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz liefert. Jedoch werden immer mehr Flächen in Acker- und Weideland umgewandelt, wo hauptsächlich Soja angebaut und Rinder gezüchtet werden. Mittlerweile ist der Agrarsektor für 70% der brasilianischen CO²-Emissionen verantwortlich.

Kann Europa im Amazonas eingreifen?

Als Reaktion auf diese Zahlen fordern viele Europäer, dass die EU ihre politische und wirtschaftliche Macht nutzen muss, um den Amazonas zu schützen. Eine Möglichkeit dazu bietet das Mercosur-Abkommen, ein Freihandels-Abkommen zwischen der EU und der Freihandels-Organisation Südamerikas, zu der die wichtigsten Amazonas-Staaten gehören. Obwohl sich EU und Mercosur geeinigt haben, weigern sich einige Mitgliedsstaaten aufgrund der Abholzung das Abkommen zu ratifizieren. Jetzt steht die EU in der Pflicht, das Abkommen so nachzubessern, dass der Schutz des Amazonas darin verankert wird.

Der brasilianische Präsident wehrt sich jedoch gegen eine Einmischung von außen, aus seiner Sicht ist der brasilianische Wald allein Sache Brasiliens. Deswegen soll auf der “Amazon Fund” umstrukturiert werden. Der Fonds zum Schutz des Regenwalds, der hauptsächlich vom norwegischen Staat und der deutschen Förderbank KfW finanziert wird, wird momentan von einem Lenkungsausschuss geleitet. In diesem sitzen neben Staatsvertretern auch Vertreter der Zivilgesellschaft. Geht es Bolsonaro, soll die Kontrolle vom Lenkungsausschuss zu einem Exekutivausschuss übergehen und das Geld statt für Naturschutzprojekte für Entschädigungen von Landbesitzern verwendet werden.

Waldexperten warnen vor Aktionismus in der Waldkrise und fordern Ende von ‚Holzfabriken‘

Angesichts der aktuellen Waldkrise fordert eine Gruppe von Waldexperten, Forstpraktikern, Waldbesitzern und Verbändevertretern in einem offenen Brief an Bundesministerin Klöckner eine Abkehr von der konventionellen Forstwirtschaft. Es heißt: „Wir fordern die staatliche Forstwirtschaft auf, anstelle teurem Aktionismus endlich eine sachkundige Fehleranalyse des eigenen Wirkens vorzunehmen und dabei alle Akteure mit einzubeziehen. Gefordert werden eine konsequente Abkehr von der Plantagenwirtschaft und eine radikale Hinwendung zu einem Management, das den Wald als Ökosystem und nicht mehr länger als Holzfabrik behandelt“.

Wir brauchen endlich eine Waldwende, die die natürlichen Produktionskräfte des Waldes stärkt und nicht weiter schwächt. Darum ist zunächst ist die Forstwirtschaft selbst gefragt, betriebliche Stressoren zurückzunehmen und bei der Wiederbewaldung auf die Natur zu setzen.“

Wilhelm Bode
ehemaliger Leiter der saarländischen Forstverwaltung und Autor des Buchs „Waldwende“

Die derzeitige Waldkrise in Deutschland ist nicht allein eine Folge des Klimawandels – auch die Art der Waldbewirtschaftung trägt eine erhebliche Mitverantwortung. Es gibt zu viele struktur- und artenarme Wälder, die durch zu viele Wege zerschnitten wurden. Waldböden werden zu intensiv befahren, und vielerorts ist das Waldinnenklima durch Auflichtung und zu starke Holzentnahme geschädigt“

Prof. Pierre Ibisch
Waldökologe und Naturschutzwissenschaftler

„Wir brauchen endlich Ruhepausen für den Wald in Deutschland, der jahrhundertelang ausgebeutet wurde. Wir brauchen ein neues, ökologisch orientiertes Konzept für den zukünftigen Wald, – keinen hektischen „Waldumbau“, sondern schlicht Waldentwicklung – hin zu mehr Naturnähe, die dem Wald als Ökosystem den notwendigen Spielraum belässt, selbstregulierend auf die sich abzeichnenden Umweltveränderungen reagieren zu können.“

Norbert Panek
Waldschützer

Es wäre Steuergeldverschwendung, jetzt Millionen von Bäumen zu pflanzen, wenn diese vom Wild gefressen werden wie bisher. Eine waldverträgliche Verringerung des Wildbestandes ist dringender als je zuvor“.

László Maraz
Koordinator der AG Wald des Forum Umwelt und Entwicklung

Die von allen Bürgerinnen und Bürgern über ihre Steuern zu bezahlenden Hilfen für die Waldbesitzenden seien gerechtfertigt – aber nur, wenn sie genutzt würden, einen zukunftsfähigen Wald aufzubauen. Definitiv sei geboten Fehler der Vergangenheit aufzuarbeiten und zu vermeiden.

Zu den Unterzeichnern des Briefes gehören neben Wissenschaftlern Forstexperten mit jahrzehntelanger Erfahrung, Chefs von Umweltverbänden wie etwa Deutscher Naturschutzring, Greenpeace, NABU, Naturfreunde und die Deutsche Umweltstiftung, Vertreter von Bürgerinitiativen und namhafte Autoren wie Franz Alt oder Peter Wohlleben.

Die Unterstützer

Dr. Franz Alt (Journalist und Autor) – Bigi Alt (www.sonnenseite.com) – Jana Ballenthien(Waldreferentin, ROBIN WOOD) – Martin Bertram (Forstwissenschaftler) – Claudia Blank (Sprecherin der Bundes BürgerInitiative WaldSchutz, BBIWS) – Wilhelm Bode (Autor und vormals Leiter der Saarländischen Forstverwaltung; Leit.Min.Rat a.D.) – Klaus Borger (Assessor des Forstdienstes und Staatssekretär a.D., Vorsitzender Forstbetriebsgemeinschaft Saar-Hochwald w.V.) – Reinhard Dalchow(Pfr. i. R., Bundesvorstand Grüne Liga, Mitglied der AG Kirchenforst) – Susanne Ecker (Sprecherin BI Schützt den Pfälzerwald) – Gotthard Eitler (Förster i.R.) –  Hermann Edelmann (MitgründerProRegenwald) – Dr. Lutz Fähser (Forstamtsleiter i.R., Lübeck) – Herbert Fahrnbauer (Sprecher BI gegen die Waldzerstörung) –Dr. Andreas Fichtner (Wissenschaftler, Leuphana Universität Lüneburg) – Professor Dr. Maximilian Gege (VorsitzenderB.A.U.M.) – Peter Gerhardt(denkhausbremen) – Franz Gregetz (BundesBürgerInitiative WaldSchutz) – Manfred Großmann (Leiter Nationalpark Hainich) – Jessica und Hakan Günder (Bürgerinitiative: BI fightforforest Odenwald)- Sylvia Hamberger (Gesellschaft für Ökologische Forschung) – Mark Harthun (Fachbereichsleiter Naturschutz, Stellvertr. Landesgeschäftsführer NABU Landesverband Hessen) – Dr. Annette Hartmann (Baumaktivistin Geisenfeld) – Hermann Graf Hatzfeldt (Waldbesitzer, ehm. Vorsitzender FSC-Deutschland) – Gaby und Joachim Heger (Sprecher Bürgerinitiative Lachwald-erhalten.de) –Dr Peter R Hobson School for Sustainable Environments & Design, Writtle University College, IUCN CEM Forest Ecosystems –Hajo Hoffmann (Minister a.D. ) – Birgit Huvendieck (BI Baumschutz Braunschweig)  – Prof. Dr. Pierre Ibisch (Direktor Centre for Econics and Ecosystem Management an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung, Vorstand Deutsche Umweltstiftung, Vorstand European Beech Forest Network) – Dr. Lebrecht Jeschke (ehem. Direktor des Landesnationalparkamtes Mecklenburg-Vorpommern) – Eberhard Johl (BI-Baumschutz Hildesheim) – Martin Kaiser (Geschäftsführer Greenpeace) – Dr. Bernd Kempf(Bürgerbewegung Freunde des Spessarts, BBFdS) – Tanja Keßels (Protect, Natur-, Arten- und Landschaftsschutz e.V.) – Jutta Kill (Biologin, Beraterin für soziale Bewegungen, Autorin) – Kerstin Klein(BI Stadtwald Raunheim) – Regina Klein (BI Waldschutz im Taunus) – Armin Kohler (VereinEntwicklung Lebensraum Kißlegg e.V.)  – PD Dr. Werner Kratz (FU Berlin, stv. Vorsitzender NABu Brandenburg) – Wolfgang Kuhlmann (Arbeitsgemeinschaft Regenwald und Artenschutz) – Max V. Limbacher (M.A. Ortsvorsteher Kirkel Limbach) – Dr. Siegfried Klaus (AG Waldnaturschutz im NABU Thüringen) – Prof. Dr. Hans D. Knapp (DirProf.a.D., Succow Stiftung, Vorstand European Beech Forest Network, EuroNatur) –Heinz Kowalski (Stellv. Landesvorsitzender NABU NRW, Sprecher des NABU-Bundesfachausschusses Ornithologie und Vogelschutz) – Sandra Kraus (Ameisenhegerin Homburg) – Michael Kunkel (BN Ortsgruppe Heigenbrücken) – Dr. Liebhard Löffler (Vorsitzender Verein Nationalpark Steigerwald e.V.) – Dr. Petra Ludwig-Sidow (Dipl.Geol., Wald-AG des NABU Ammersbek) – Jürgen Maier (Geschäftsführer, Forum Umwelt & Entwicklung) – László Maraz (Koordinator Dialogplattform Wald/ AG Wälder, Forum Umwelt & Entwicklung) – Michael Müller (Parlamentarischer Staatssekretär a.D. im. Bundesumweltministerium, Bundesvorsitzender NaturFreunde Deutschland) –Peter Naumann (Bergwaldprojekt e.V.) – Prof. Dr. Kai Niebert (Präsident DNR – Deutscher Naturschutzring) – Dr.Jörg Noetzel (Sprecher der Bürgerinitiative Zukunft Stuttgarter Wald)  – Dr. Lars Opgenoorth(Ökologe, Philipps-Universität Marburg, European Beech Forest Network) – Norbert Panek (Agenda zum Schutz deutscher Buchenwälder) – Silvia Roelcke (waldproblematik.de) – Max Rossberg (Chairman European Wilderness Society) – Birgit Huvendieck (BI Baumschutz Braunschweig) – Ulrike Rothbarth (BI Baumschutz Braunschweig) – Doz. Dr. Wolfgang Scherzinger (ehem. Wissenschaftler/Zoologe des Nationalparks Bayerischer Wald) – Edmund Schultz (Waldschützer, Braunschweig) – Evelyn SchönheitJupp Trauth (Forum Ökologie & Papier)- Jörg Sommer (Vorstandsvorsitzer Deutsche Umweltstiftung) – Dr. Georg Sperber (ehemaliger Leites des Forstamts Ebrach) – Wolfgang Stoiber(Vorsitzender, Naturschutz und Kunst – Leipziger Auwald e.V. – NuKLA) – Gerlinde Straka(Projektkoordinatorin Wald, Naturschutzgroßprojekt Hohe Schrecke) – Knut Sturm (Forstamtsleiter, Stadtwald Lübeck) – Prof. em. Dr. Michael Succow (Stiftungsratsvorsitzender Michael Succow Stiftung) – Walter Trefz (Förster) – Olaf Tschimpke (Präsident, NABU- Naturschutzbund Deutschland e.V.) – Florian Tully (2. Vorstand Verein Nationalpark Steigerwald e.V.) – Silvia Wagner (Sprecherin BI pro Ettersberg) – Dr.Torsten Welle (Naturwald Akademie) – Dr. Volkhard Wille (Vorstand, OroVerde – Die Tropenwaldstiftung) – Peter Wohlleben (Förster und Autor, Wohllebens Waldakademie)

Waldbrände wüten in der Arktis

Nachdem in Schweden bereits im April Waldbrände ausgebrochen waren, wüten mittlerweile weltweit riesige Waldbrände in der Arktis und Tundra. Obwohl großflächige Brände in den borealen Wäldern im Sommer normal sind, ist das momentane Ausmaß das größte jemals gemessene.

Mit 1250 km² (50 x 25 km) ist das größte Feuer mehr als 160-mal so groß wie der Waldbrand in Brandenburg Anfang Juni. Bis Ende Juni erreichten bereits fünf Brände eine Größe von 1000 km² und allein Alaska brachen bis zu diesem Zeitpunkt über 300 Feuer aus. Diese Brände staßen mit 50 Megatonnen so viel Kohlendioxid aus, wie Schweden in einem ganzen Jahr und wie alle Brände in der Arktis im Monat Juli von 2010 bis 2018 zusammen. Vom ersten bis 21. Juli wurde nochmal doppelt so viel CO² (100 Megatonnen) emittiert. In diesem Zeitraum bedeckten alleine die Brände in Russland eine Fläche von 30.000 km², so groß wie Belgien.

Temperaturen befeuern Brände in der Arktis

Die regelmäßigen Feuer in der Arktis hängen mit der Bodenbeschaffenheit zusammen. Die oberste Schicht des Permafrostbodens besteht aus Torf, der im Sommer antaut und dann austrocknet. Dieser Prozess hat sich in den letzten Jahren intensiviert, da die Arktis weltweit die Region ist, die durch den Klimawandel bereits die stärkste Erwärmung erfährt. In Sibirien wurden in den Regionen mit den größten Feuern diesen Sommer bis zu 10 °C höhere Bodentemperaturen gemessen. Daher taute deutlich mehr Permafrostboden auf, trocknete aus und ist dadurch leicht entzündlich. Durch die Erderwärmung ist dadurch damit zu rechnen, dass die Waldbrände in der Arktis in der Zukunft noch zunehmen werden. Zusätzlich kann der sich in der Arktis verteilende Ruß, wenn er auf Schnee oder Eis fällt, dazu führen, dass mehr Sonnenlicht absorbiert wird und die Bodentemperatur noch schneller ansteigt.

Tauender Permafrost ist eine Zeitbombe

Zwar kann sich die Natur selbstständig von diesen Feuern erholen und auf dem tauenden Permafrost werden neue Ökosysteme enstehen. Allerdings dauert das Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte und bis dahin stößt der Permafrost beim Auftauen enorme Mengen CO² aus, besonders wenn Waldbrände diesen Ausmaßes Normalität werden sollten. Im Permafrost sind Milliarden Tonnen Kohlendioxid gebunden, die enormen Einfluss auf das Klima haben könnten, wenn sie in die Atmosphäre abgegeben werden. Die momentanen Waldbrände entstehen ohne menschliches Eingreifen und können aufgrund ihrer Größe und Ablegenheit vom Menschen auch nicht kontrolliert werden, daher kann man nur hoffen, dass steigende Temperaturen das Problem nicht noch verstärken und Rückkopplungs-Mechanismen ausgelöst werden, die das weltweite Klima beeinflussen.

Politiker fordern Umlenken in der Forstpolitik

Am 14. Juni fand in Berlin die Konferenz “Die Lunge des Planeten retten – Waldschutz zwischen Berlin und Brasilien” – statt. Das Thema dieser Konferenz war wie Abholzung weltweit gestoppt werden kann und wie Wälder auf den Klimawandel vorbereitet werden können. Bereits vor der Konferenz veröffentlichten die Grünen einen “Aktionsplan für einen gesunden Wald” als Autorinnenpapier des Fraktionsvorsitzenden Dr. Anton Hofreiter und Experten zum Thema Wald der Bundestagsfraktion. Darin betonen sie die diversen Ökosystemdienstleistungen des Waldes und dessen Bedeutung im Kampf gegen den Klimawandel. Diese wichtigen Leistungen kann von einem Großteil des deutschen Waldes jedoch nicht erbracht werden, da dieser aus Monokulturen, v.a. Kiefern und Fichten, besteht. Diese monotonen Forste haben einen sehr hohen Holzeinschlag, unterstützen kaum Biodiversität und sind dem Klimawandel gegenüber sehr verwundbar.

Forderung nach einem naturnahen Wald

Deswegen fordern mehr und mehr Politiker, dass sich die Bundesregierung mehr gegen Abholzung weltweit einsetzt. Mit einem Waldzukunftsfonds sollen Monokulturen zu robusten und biodiversen Ökowäldern umgebaut werden. Außerdem sollen Wälder naturnäher bewirtschaftet werden, ohne schädliche Kahlschläge und mit möglichst geringem Pestizideinsatz. Dazu zählt auch der Schutz der Artenvielfalt durch Erhöhung des Totholzanteils, Schaffung von nicht bewirtschafteten Wilderness-Zonen und die Priorisierung von großen, unzerschnittenen Habitaten in der Landschaftsplanung. Damit beziehen auch die Grünen eindeutig Stellung zu Problemen, die von Naturschutzorganisationen schon lange angekreidet werden. Es sind die gleichen Probleme, die dieses Projekt thematisiert, mit dem das österreichische Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus Informationen sammeln und weiter kommunizieren möchte.

Globale Abholzung muss gestoppt werden

Weiterhin thematisiert das Autorinnenpapier auch globale Probleme. Der Holzverbrauch steigt weltweit, obwohl ein Großteil des Holzes für Einmalprodukte und als Brennstoff genutzt wird. Zum Waldschutz gehört auch die nachhaltige Nutzung von Holzprodukten. Dies ist besonders wichtig, da immer noch massenhaft Holz durch die Abholzung von Tropenwäldern gewonnen wird. Im diesem Zusammenhang thematisiert das Papier auch die Glaubwürdigkeit von Nachhaltigkeits-Zertifizierungen, über die wir bereits berichteten LINK!, und das gerade beschlossene Freihandelsabkommen Mercusor, das in den Augen von Kritikern zur weiteren Abholzung in Südamerika beitragen könnte.

Podiumsdiskussion

Das Hauptelement der Konferenz war eine Podiusmdiskussion mit vorangehenden Reden von Anton Hofreiter und Peter Wohlleben, einem bekannten Autor und Advokaten für ökologische Waldwirtschaft. An der Podiumsdiskussion nahmen außerdem der Steffi Lemke, die Sprecherin für Naturschutzpoltik der Grünen, Adriana Ramos, Umweltjuristin eines brasilianischen NGOs, und Pierre Ibisch, Professor an der HNE Eberswalde, teil. Die Aufzeichnung der Podiusmdiskussion finden sie hier, die danach stattfindenden parallelen Panels sind leider nicht online verfügbar.

Buchensterben im Nationalpark Hainich

Nachdem wir bereits berichtet haben, dass die Dürre von 2018 und 2019 dieses Jahr vermehrt zu Waldbränden in Ostdeutschland geführt hat, leiden mittlerweile sogar die Buchenwälder im Nationalpark Hainich und anderen Teilen Thüringens unter der Trockenheit. Der Schaden ist so groß, dass man von einem Buchensterben reden muss und teilweise ein Drittel aller Buchen kahl sind und vor dem Betreten des Waldes gewarnt wird, weil die ausgetrockneten Bäume nicht mehr standsicher sind.

Forest Fire Treuebrietzen Brandenburg
Forest Fire Treuebrietzen Brandenburg – © All rights reserved

Experten verzweifeln an Buchensterben

Das Ausmaß des Buchensterbens hat viele Experten geschockt. Die Waldbrände in Ostdeutschland sind zum Großteil nicht nachhaltiger Waldwirtschaft geschuldet, da große Kiefer-Monokulturen angelegt wurden, die zwar viel Ertrag bringen, aber sehr anfällig sind. Jetzt wird jedoch klar, dass die anhaltende Dürre auch naturnahen Buchenwäldern gefährlich wird, die resilienter gegenüber Trockenheit sind. Der Nationalpark Hainich beinhaltet nicht nur den größten zusammenhängenden Laubwald Deutschlands, er ist auch Teil des UNESCO-Weltnaturerbes und zeritifziertes WILDForest-Gebiet. Sollte dieses einmalige Ökosystem nun aufgrund des Klimawandels verloren gehen, wäre das ein herber Rückschlag für den Schutz von Urwäldern in Deutschland.
Dieses dramatische Situation bestätigt die Dringlichkeit des transnationalen Projekts BEECH POWER, in dem auch der Nationalpark Hainich involviert ist. Dieses Projekt soll das Management des UNESCO-Weltnaturerbes, dass über mehrere europäische Länder verteilt ist, koordinieren.

Neue Studie erneuert Kritik an FSC-Siegel

Das Forest Stewardship Council wurde 1993 als gemeinsame Initiative von Forstwirtschaft und Umweltschutzorganisationen gegründet, um soziales und ökologisches Management von Wäldern zu zertifizieren. Jedoch decken verschiedene Organisationen und Medien immer wieder Probleme mit dem Siegel auf. Während viele darauf hofften, dass die FSC-Zertifizierung dazu beitragen würde, die Abholzung von tropischen Regenwäldern zu verlangsamen, wurde gerade in diesem Gebiet oft Kritik geübt. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Heterogenität des Siegels. In jedem Land gelten von der jeweiligen nationalen Arbeitsgruppe festgelegte Standards, die teilweise stark voneinander abweichen. In manchen Ländern werden so Plantagen und Monokulturen als nachhaltig zertifiziert, obwohl Umweltschützer immer wieder massiver Kritik an diesen Formen üben. Auch die Transparenz und der Umgang mit Kritik ruft regelmäßig Kritik am FSC hervor.

Abholzung von Urwäldern

Bereits 2016 berichtete die European Wilderness Society mehrfach darüber, wie in Rumänien von einem FSC-zertifizierten Unternehmen einige der letzten Urwälder Europas illegal abgeholzt wurden. Dieser Vorfall resultierte in massiven Protesten und dem Entzug des FSC-Siegels. Der öffentliche Widerstand bildete sich auch, weil diese Urwälder Teil des Unesco-Weltnaturerbes “Ancient and Primeval Beech Forests of the Carpathians and Other Regions of Europe” sind. 2018 ist die Kritik so hoch gekocht, dass Greenpeace als Gründungsmitglied seine Mitgliedschaft beendet hat. Auch Greenpeace bemängelte die heterogenen Standards, mangelnde Transparenz und besonders, dass Holz mit FSC-Siegel teilweise aus Urwäldern stammt. Auch der Sender Arte nahm sich 2018 dieses Problems und beleuchtete in einer 45-minütigen Dokumentation die Probleme des FSC. Oft wird das Siegel als “Greenwashing” bezeichnet, mit dem Forstunternehmen versuchen ihren Produkten einen nachhaltigen Anstrich zu verpassen.

Das könnte Sie auch interessieren: Illegale Holzeinschläge in Rumänien

Hat das FSC-Monitoring überhaupt einen Effekt?

Vor diesem Hintergrund hat der WWF, offizieller Unterstützer des FSC, eine Studie in Auftrag gegeben, um den Effekt der FSC-Zertifizierung zu überprüfen. Im Rahmen dieser Studie untersuchte die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde in einem Gebiet in Westrussland, ob sich die FSC-zertifizierte Bewirtschaftung der Wälder im Vergleich zu herkömmlicher Nutzung positiv auf den ökologischen Zustand der Wälder auswirkt. Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass die Bewirtschaftung unter FSC-Richtlinien sich nicht ökologisch positiv auswirkt. Der Hauptkritikpunkt ist der Einsatz von großflächigen Kahlschlägen. Dieser lässt den Boden äußerst verwundbar gegenüber Austrocknung zurück und ist gerade im Angesicht der Dürre 2018/19 äußerst problematisch. Dieses Holz landet mit FSC-Siegel im europäischen Handel, wo es von FSC-zertifizierten Holz aus anderen Ländern mit strengeren Regeln nicht zu unterscheiden ist.

Melden Sie sich für unseren Newsletter an!

Europa wird erdrückt von einer Welle von Waldbränden

Wie es bereits im Frühjahr absehbar war, ist 2019 wieder ein Hitzerekord-Jahr. Nachdem 2018 das weltweit heißeste Jahr seit Aufzeichnungsbeginn war, ist auch dieses Jahr bisher außergewöhnlich trocken und heiß. Der Juni 2019 war gar der weltweit heißeste Juni aller Zeiten. Viele Teile Europas leiden unter einer Hitzewelle, die eine nie dagewesene Zahl an Waldbränden ausgelöst hat.

Dürre seit 2018

Durch die Hitze und Trockenheit 2018 litten die Wälder bereits Anfang dieses Jahres unter zu trockenen Böden. Auch im Frühjahr fiel nicht genug Niederschlag, um dies wieder auszugleichen. Obwohl die Hauptsaison für Waldbrände natürlicherweise der heiße und trockene Sommer ist, führte diese Dürre bereits früh zu immensen Waldbränden in Skandinavien. Auch in Deutschland warnte unser Experte Pierre Ibisch im April wegen der andauernden Dürre vor zunehmenden Waldbränden.

Massive Waldbrände in Ostdeutschland

Genau diese Befürchtungen haben sich im Juni bewahrheitet. Nachdem Brandenburg Anfang Juni bereits den größten Waldbrand seit den 1970ern erlebt hat, wurde es Ende des Monats noch ernster. Der Waldbrand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern brach genau während der Hitzewelle aus und konnte lange kaum kontrolliert werden. Erst nachdem der Rauch bis ins 350 km entfernte Dresden gezogen war und mehrere Gemeinden evakuiert werden mussten, konnte das Feuer unter Einsatz von hunderten Helfern von Feuerwehr, Bundeswehr und anderen Organisationen unter Kontrolle gebracht werden. Diese zwei Waldbrände sind nur die Spitze des Eisbergs, allein in Brandenburg gab es im ersten Halbjahr 2019 277 Waldbrände. Die in Ostdeutschland weit verbreiteten Fichten-Monokulturen bieten den idealen Nährboden für Feuer, da sie Feuchtigkeit viel schlechter halten können als naturnahe Mischwälder.

Rekordjahr 2019

Das Problem ist jedoch europaweit. Auch Spanien und Frankreich hatten dieses Jahr bereits mit massiven Feuern zu kämpfen. In ganz Europa gab es dieses Jahr achtmal so viele Waldbrände wie normalerweise in der ersten Hälfte des Jahres. Und selbst verglichen zum Rekordjahr 2018 ist die Situation jetzt schon dramatischer. Obwohl die typische Waldbrand-Saison im Sommer noch aussteht, zeichnet sich 2019 jetzt schon als Rekordjahr im Bezug auf Waldbrände ab.

Zwar lässt sich die Zukunft nicht voraussagen, aber dies könnte erst der Anfang einer andauernden Entwicklung sein. Das kommende Jahrzehnt könnte das wärmste aller Zeiten werden und das Problem von Waldbränden noch dramatischer machen. Noch können gesunde und naturnahe Wälder der Dürre widerstehen, sollte diese jedoch anhalten, sind sämtliche Wälder in Gefahr (s. Interview).

Feuerwehren nicht genug auf Waldbrände vorbereitet

Die zunehmenden Waldbrände haben auch gezeigt, dass viele Feuerwehren nur unzureichend auf Waldbrände vorbereitet sind. Es fehlen den Feuerwehrleuten leichte Bekleidung, um sich im Gelände bewegen zu können, viele Löschfahrzeuge sind nicht geländegängig genug und die Werkzeuge sind auf die Brandbekämpfung in Gebäuden optimiert. Darüber hinaus fehlt es an Fachwissen hinsichtlich Waldbränden, wie man es in Südeuropa und in den USA schon seit Jahren aufgebaut hat. Nur Löschpanzer alleine reichen leider nicht.

Melden Sie sich für unseren Newsletter an!