Fachexkursionen

Die Exkursionen bieten zahlreiche Fallbeispiele in verschiedenen europäischen Nachbarländer besuchten Ländern mit dem Ziel, die schrittweise Anpassung der österreichischen Forstpolitik an die Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte aufgrund von Klimaveränderungen zu unterstützen. Diese Exkursionen unterstützen auch die Weiterentwicklung der faunistischen und floristischen Biodiversität in der Wald- und Waldrandumgebung auf mehrere Perspektiven.

Fachexkursionen in verschiedene europäische Wald- und Waldrandgebiete 

Ziel dieser mehrtägigen Exkursionen ist es, die ökologischen Auswirkungen von Forstmaßnahmen auf die Waldökosystemen in ausgewählten europäischen Ländern zu veranschaulichen und zu diskutieren und auf Österreich zu reflektieren. 

Dabei spielen relevante Informationen und Erfahrungen zum Management von Wildtieren ebenso eine wichtige Rolle wie die Unterschiede in der Wald- und Wildtierbewirtschaftung in und außerhalb von Schutzgebieten und zwischen staatlichem und privatem Land.

Die Exkursionen beinhalten eine Anzahl von Treffen mit staatlichen und privaten Waldmanagern und anderen relevanten Interessengruppen. Auf den Exkursionen finden sich auch zahlreiche konkrete praktische Praxisbeispiele. Die Exkursionen bieten Informationen vor dem Hintergrund des bisherigen und aktuellen gesetzlichen Rahmens und der praktischen Erfahrung mit Waldökosystemen.

Die Exkursionen konzentrieren sich ferner auf forstwirtschaftliche Maßnahmen und Herausforderungen für die Waldbewirtschaftung im Zusammenhang mit den anhaltenden Klimaveränderungen. Extreme Wetterereignisse wie Stürme, Dürre und Hitze setzen die Waldmanager zusätzlich unter Druck.

Fachexkursion Hohe Tatra, Slowakei 15. – 17.04.2020

Die weitgehend von Fichten dominierten Waldbestände, die bereits seit mehreren Generationen in den Bergen im Norden der Slowakei gepflanzt werden, sind durch unterschiedliche Anfälligkeiten für den Klimawandel und andere Störungen (wie Wind, Insekten, Dürre) gekennzeichnet. Einige davon haben bereits zu massiven Veränderungen in großem Umfang geführt. In einigen Fällen wurden diese Bestände bereits mit einem breiteren Spektrum einheimischer Baumarten bepflanzt, andere befinden sich im Prozess der natürlichen Umgestaltung. Natürliche Wälder und naturnahe Waldbewirtschaftung bieten wichtige Referenz- und Lernbereiche.

Der spezifische Schwerpunkt der Exkursion

  • Vulnerabilität und Risikomanagement in Waldökosystemen (abiotisch und biotisch)
  • Waldökosystem-Managementerfahrung in geschützten und ungeschützten Gebieten
  • Erfahrung mit sanitärem Holzeinschlag und naturnaher Waldbewirtschaftung
  • Minimalintervention Forstwirtschaft “Selbstwille Landkonzept”

Agenda

Tag 1: Reisetag
Ankunft in Liptovsky Mikulas, Abendessen mit Einführung in die Exkursion (Einführung in die slowakische Forstwirtschaft und das slowakische Schutzgebietssystem)

Tag 2: West Tatra
Vulnerabilitäts- und Risikomanagement in Waldökosystemen (abiotisch und biotisch). Besichtigung von Gebieten mit kontinuierlicher Beweidung und Besuch der letzten Beweidungsfläche im Nationalpark Tatra. Besuchen der Windwurfgebiete und fachliche Diskussionen mit lokalen Experten. (West Tatra National Park District-Chef, dem Direktor der Landnutzervereinigung Pribylina und Vertretern der Aevis Foundation). Übernachtung in Liptovsky Hradok

Tag 3: Low Tatra
Ökosystemmanagement in Wäldern (Beweidung und Entwaldung) sowie Vulnerabilitäts- und Risikomanagement. Besuch von Gebieten mit fortlaufender Beweidung von Rindern und Schafen innerhalb und außerhalb des Nationalparks Niedere Tatra. Besichtigung von vormals intensiv beweideten Gebieten und jetzt teilweise spontan natürlich renaturierten Flächen. Austausch und Diskussion lokalen Experten. (Regionaldirektor des Forest Service, Vertreter des Avalanche Prevention Center, Direktor des Nationalparks Low Tatra). Übernachtung in Tatranska Lomnica.

Tag 4: Javorina
Besichtigung und Erfahrungsaustausch über Zwangsnutzung von frischem Stehendbefall (sanitärem Holzeinschlag) und naturnaher Waldbewirtschaftung bei einfallendem Sturm gefolgt von Borkenkäferbefall. Besichtigung von Gebieten mit ausgedehnter Zwangsnutzung von frischem Stehendbefall und fortlaufender Beweidung mit Rindern und Schafen.
Wandern in die Gegend des Green Lake Valley wo historische Weideführung die Vegetations auf Granit- und Kalksteingebirge unterschiedlich beeinflusst hat. Besprechung und Diskussion mit lokalen Fachleuten. (Leiter der staatlichen Forstwirtschaft des Nationalparks Tatra in Tatranska Lomnica und dem örtlichen Forstverwalter in besuchten Gebieten. Übernachtung in Javorina.

Tag 5: Kasprowy Wierch
Vulnerabilität und Risikomanagement in Waldökosystemen (abiotisch und biotisch). Angesichts des Klimawandels ändert sich die Zusammensetzung der Arten und die Baumgrenze. Besichtigung und Besprechung der Waldbewirtschaftung und Weidenpolitik außerhalb und innerhalb des Tatrzański-Parks Narodowy, Zakopane, Polen. Besuch in Gebieten von Javorina und Kasprowy Wierch, Tatrzański Park Narodowy, Zakopane. Treffen mit lokalen Fachexperten. (Direktor des Instituts für Hochgebirgsbiologie, Tatranska Javorina und dem Top-Management des Tatrzański Park Narodowy, Zakopane). Übernachtung in Oravice.

Tag 6: Oravice
Waldbewirtschaftung und Weiden von Rindern und Schafen außerhalb und innerhalb des Nationalparks Tatra, Region Oravice. Erfahrungsaustausch mit dem Management von Wildschwein- und Hirschpopulation in der permanenten Anwesenheit von natürlichen Karpaten-Fleischfressern wie Bären, Wolf, Luchs. Exkursion ins Juranova-Tal. Treffen mit lokalen Fachexperten (Leiter des Forest District im Nationalpark Tatra.) Übernachtung in Liptovsky Mikulas.

Tag 7: Rückreise

Fachexkursion Nationalpark Majella Italien, 14. – 16.09.2020

Die Abruzzen sind eine der waldreichsten Regionen Italiens. Rund 40% der gesamten regionalen Fläche sind von Wäldern bedeckt, die 4,2% der nationalen Waldfläche ausmachen. Der Wald in der Region Abruzzen besteht überwiegend aus den drei Hauptbaumarten: Rotbuche (Fagus sylvatica), Schwarzkiefer (Pinus nigra) und Zerreiche (Quercus cerris). Der Hauptgrund für die Aufteilung des Waldes spiegelt den Temperatur-Kontrast zwischen dem kontinentalen Klima im Inneren der Region und dem Mittelmeerklima an der Küste wider.

Die Fach-Exkursion konzentriert sich auf den inneren Teil der Apenninen-Kette, der parallel zur Küstenlinie verläuft. Das Gebiet ist geprägt von ausgedehnten Holzeinschlag in der Vergangenheit, intensive Beweidung, Auswirkungen der wachsenden Extreme durch den Klimawandel und andere Störungen (wie Wind, Insekten, Dürre).

In den dem zu besuchenden Gebiet befinden sich Buchen, die die höheren Teile der Berge bedecken, wobei in höheren Lagen mehrere andere Arten, wie Schwarzkiefer und teilweise auch Birkenbestände und sehr selten die Mugo-Kiefer verteilt sind. Natürliche Wälder und naturnahe Waldbewirtschaftung bieten wichtige Referenz- und Lernbereiche für die heute auftretenden Schäden und für die, die in Zukunft auftreten werden.

Während der Fach-Exkursion trifft man auf Überreste des alten Buchenwaldes, die Baumgrenze aus Buchen- und Mugo-Kiefern, stößt auf spontan entwickelte Laubwälder und Gebiete mit Schwarzkiefernverteilung. Darüber hinaus bietet die Exkursion Gelegenheit, Erfahrungen mit der Waldbewirtschaftung in geschützten wie außerhalb geschützter Gebiete und mit der Waldbewirtschaftung auf staatlichem Land zu sammeln.

Der besondere Fokus wird auf die Waldbewirtschaftung und das Weiden von Haustieren im Wald (Schwerpunkt auf Viehweiden in Wäldern) und die Bewirtschaftung der Wildschweinpopulation in Wald und umliegenden Gebieten (Schwerpunkt Wildschweinpopulation vs. Wolf) liegen.

Agenda (noch in Ausarbeitung)

Tag 1: Reisetag
Ankunft in der Casa del Lupo in Caramanico Terme im Nationalpark Majella. Abendessen mit Einführung in die Exkursionen und das Programm der folgenden Tagen.

Tag 2: Sulmona
Treffen mit dem Direktor des Nationalparks Majella in Sulmona und Diskussion über Waldwerte im Nationalpark Majella, Geschichte und aktuelles Modell der Waldbewirtschaftung. Weitere Informationen zu Vulnerabilität und Risikomanagement in Waldökosystemen (abiotisch und biotisch), historische Veränderungen der zum Weiden genutzten Wälder. Besichtigung von Gebieten mit historischem Weideland und geschützten Wäldern. Besuch des Passo S. Leonardo und des Berges Morrone (Saint Antonio Forest).

Tag 3: La Maielletta und Mt. Cavalo
Waldökosystemmanagement (Beweidung und Entwaldung) sowie Verwundbarkeits- und Risikomanagement. Besuch des Gebietes, das in der Vergangenheit intensiv beweidet wurde und sich jetzt spontan wiederhergestellt. Besichtigung von La Maielletta, Blockhouse und Mt. Cavalo. Treffen mit lokalen Förstern und Parkmanagern (Carabinieri Biodiversità).

Tag 4: Chiarano State Forest
Angepasste Waldbewirtschaftung. Erfahrung mit der Umsetzung von anpassungsfähigen waldbaulichen Praktiken mit zwei Zielen:
1) Erhalt hoher Holzproduktionsraten unter sich ändernden Umweltbedingungen.
2) Sicherstellung wichtiger ökologischer Dienstleistungen wie Kohlenstoffbindung, Waldvitalität und Waldgesundheit.
Erfahrung mit dem Management, das auf traditionelle Ausdünnungspraktiken und innovative Ausdünnungspraktiken der Kronen abzielt. Besichtigung der öffentlichen Wälder des Chiarano State Forest, die vom Reparto Carabinieri Biodiversità – Castel di Sangro verwaltet werden.

Tag 5: Lazio and Molise National Park
Vulnerabilität und Risikomanagement in Waldökosystemen (abiotisch und biotisch). Früher beweidete Wälder in den Abruzzen, Lazio and Molise National Park und sich derzeit verändernde Walddynamik. Veränderung der Artenzusammensetzung, Dynamik der Baumgrenze angesichts der geänderten Waldbewirtschaftungsmethode und des Klimawandels.

Tag 6: Decontra und Ofrente-Tal
Wald- und Wildschweinmanagement im Nationalpark Majella. Interaktion von Wildschweinen mit einheimischen Raubtieren (Wolf). Beziehung zwischen Wildschwein und menschlichen Aktivitäten. Feldbesichtigung (Wildschweinmonitoring, Präventionsmaßnahmen) von Decontra / Le Valli und dem sich spontan wiederherstellenden Wald im Orfento-Tal.

Tag 7: Rückreise von Caramanico Terme

Fachexkursion Brandenburg, Deutschland, Somer 2020

Im Rahmen der Exkursionstagung sollen Maßnahmen und Einflüsse, die mit dem Klimawandel in Zusammenhang gebracht werden können, im Vordergrund stehen. Extremwetterereignisse, wie Sturm, Trockenheit und Hitze werden mit fortschreitendem Klimawandel zunehmen und ökosystemare Stresse in Waldökosysteme hervorbringen bzw. verstärken. Die größtenteils kieferndominierten Waldbestände Brandenburgs zeichnen sich durch unterschiedlich große Vulnerabilitäten gegenüber Klimawandel und weiteren Störungen aus. Teilweise sind bereits konkrete Schadereignisse zu beobachten, teilweise wurden diese Bestände bereits mit Laubhölzern unterbaut oder sind im Umbauprozess. Naturwälder und ein naturnahe Waldbewirtschaftung stellen dabei wichtige Referenz- und Lernflächen da.

Der jeweilige Tagesablauf ist generell wie folgt konzipiert:

  1. Theorieinput/ einführender Vortrag
  2. Exkursion und Diskussion mit Experten
  3. Tagesabschlussworkshop mit gemeinsamer Dokumentation von Schlussfolgerungen zu Handlungsmöglichkeiten, Forschungsbedarf etc.

Die Studienreise gliedert sich in 4 Module, die die folgenden thematischen Schwerpunkte abdecken:

  • Waldökosystemmanagement 2.0: Konzept einer ökosystembasierten Forstwirtschaft auf Grundlage der Ökosystemtheorie
  • Vulnerabilitäten (Feuer, Sturm, Hitze, Trockenheit, Krankheiten und Schädlinge)
  • Bedingungen und Barrieren für den Waldumbau
  • Mikroklimatische Regulation in Waldökosystemen und waldbauliche Steuerung
  • Wildtiermanagement

Modul 1: Vulnerabilität und Risikomanagement in Waldökosystemen
• Einführung zu Waldbrandrisiko und Umgang mit geschädigten Waldflächen
• Anfälligkeit von Kiefernreinbeständen bei zunehmender Trockenheit und Hitze
-> Besichtigung von Waldbrandflächen (2018) bei Frohnsdorf, Treuenbrietzen
• Anfälligkeit von Buchenbeständen durch forstliche Eingriffe
-> Sturmwurfflächen bei Eberswalde
• Abschlussdiskussion in Eberswalde

Modul 2: Waldumbau und Buchenwaldbewirtschaftung
• Einführung/Erläuterungen (in Eberswalde oder Oberförsterei Reiersdorf)
• Waldumbau durch Pflanzmaßnahmen und natürliche Verjüngung unter Berücksichtigung von Wildtiermanagement (Jagd) -> Oberförsterei Reiersdorf
• Abschlussdiskussion (in Eberswalde oder Oberförsterei Reiersdorf, oder Templin)

Modul 3: Mikroklimatische Regulation und regulierende Ökosystemleistungen
• Bedeutung der Wälder für Kühlung und klimatische Pufferung
• Einfluss von forstlichen Maßnahmen und der damit verbundenen Waldbestandstruktur auf das Waldinnenklima
-> Untersuchungsflächen im Projektgebiet „Gläserner Forstbetrieb“, Rheinsberg, Heilige Hallen ggf. Reiersdorf
-> Abschlussdiskussion bei Feldberg oder Fahrt nach Lübeck

Modul 4: „Lübecker Konzept“ – Minimale Interventionsforstwirtschaft im Stadtwald Lübeck
• Stadtwald Lübeck & Naturwaldakademie
-> Waldbewirtschaftung, Wildtiermanagment

Agenda (noch in Ausarbeitung)

Tag 1: Anreise
Ankunft in Berlin, gemeinsames Abendessen mit Einführung zur Tagungsreise

Tag 2: Treuenbrietzen
Brandflächenbesichtigung, Fahrt nach Eberswalde, Besichtigung Sturmflächen, Diskussionsrunde in Eberswalde, Übernachtung in Eberswalde

Tag 3: Reiersdorf
Besichtigung Flächen Reiersdorf (zurück nach Eberswalde)

Tag 4: Auf dem Weg nach Lübeck
Besichtigung Wittwesee & Heilige Hallen, Fahrt nach Lübeck mit dortiger Übernachtung

Tag 5: Lübecker Stadtwald
Einführung der Naturwaldakademie und Besichtigung Stadtwald Lübeck, Abschlussworkshop, Rückreise ab Hamburg oder den Tag darauf.

Tag 6: Rückreise

Alle Exkursionen werden 4 Tage dauern, die anderen Exkursionen sind je nach Verfügbarkeit optional.

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