Webinar: Wie Menschen vom Wald profitieren – eine Reise durch die Geschichte

Seit über 2.000 Jahren wird der Wald schon vom Menschen genutzt, in vielfältiger Art und Weise. Wie sich die Beziehung zwischen Menschheit und Wald und die Abhängigkeit der Menschen vom Wald über die Jahrhunderte entwickelt haben, wird Forstexperte Vlado Vancura in seinem Vortrag erklären.

Datum: Donnerstag, 05. Mai 2022

Uhrzeit: 13.00 – 14.00

Sprache: Deutsch und Englisch

Format: online und kostenlos

Im Anschluss an den Vortrag bleibt Zeit für Diskussion.

Wir freuen uns auf ein spannendes Webinar und einen regen Austausch!

Wald, Wild und Klimawandel – Kostenlose Umweltworkshops für Schulen

Die European Wilderness Society bietet Schulen in ganz Österreich im Sommersemester 2022 kostenlose Workshops zu Umwelt- und Naturschutz-Themen an.

Warum kehren Wildkatze, Wolf, Luchs & Co. wieder heim und wie ist ein Zusammenleben möglich? Wie bewegt man sich im Wald, wie können Wildtierlebensräume respektiert werden, was macht unsere heimischen Wälder aus? Was fressen Eulen? Diese und viele weitere Fragen werden beantwortet, außerdem wird den Schülerinnen und Schülern wird in den interaktiven Workshops näher gebracht, was sie selbst gegen den Klimawandel tun können.

Die verschiedenen Workshops können ganz einfach online mit Bekanntgabe eines Wunschtermins gebucht werden. Es sollte auch angegeben werden, wie viele Schüler & Schülerinnen welcher Schulstufe dabei sind, und ob der Workshop bevorzugt in- oder outdoor stattfinden soll. Auch Exkursionen sind möglich.

Die Workshops sind bei Bedarf auch mehrsprachig verfügbar: deutsch, englisch, ukrainisch, italienisch, spanisch.

Die European Wilderness Society freut sich darauf, vielen Schülerinnen und Schülern bald spannende und abwechslungsreiche Natur-Erlebnis-Stunden näherbringen zu dürfen!

Wie Forstwirtschaft und Klimawandel zusammenspielen

Vlado Vancura ist Forstexperte mit über 40 Jahren Erfahrung in der Branche. Als er begann Forstwirtschaft zu studieren, ahnte er noch nicht, welche Rolle der Klimawandel einmal spielen würde.

In diesem Webinar spricht er über die Zusammenhänge von Forstwirtschaft und Klimawandel, er bespricht die enorme Relevanz von gut ausgebildeten Waldbewirtschafterinnen und -bewirtschaftern und zeigt, welche Möglichkeiten der Wald bietet, den Klimawandel abzuschwächen.

Seltener Fund im Auwald

Im Leipziger Auwald erlebten Forschende und Biologiestudierende der Universität Leipzig eine besondere Überraschung: Sie entdeckten mehrere Exemplare eines extrem seltenen Insekts, den Mückenhaft (Bittacus hageni). Dieser galt in Deutschland noch bis 2003 als ausgestorben und ist in ganz Europa nur an wenigen Stellen zu finden. 

Der sogenannte „Hagens Mückenhaft“ ist eine etwa fünf Cent große Schnabelfliege, die mit ihren langen Beinen an eine Schnake erinnert. Der Fundort im Leipziger Auwald ist der Erstnachweis für den östlichen Teil Deutschlands. Forschende und Studierende waren natürlich begeistert über ihren besonderen Fund. Das zeigt auch, wie wichtig Studentenexkursionen sind und wie wertvoll sie für die Ausbildung der zukünftigen Biologen sind. 

Ein solcher Fund hebt die Bedeutung von Auwäldern hervor, die als Refugium und Lebensraum für viele (seltene) Arten in Europa unbedingt erhalten werden müssen. Im Leipziger Auwald ist die Biodiversität der Insekten besonders hoch, darunter auch viele seltene Arten. Aus diesem Grund erforscht die Universität Leipzig in Verbund mit dem Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) hier auch das Vorkommen und die Verbreitung bedrohter Insektenarten.

Fingerabdruck verewigt

Dieser Fund der Hagens Mückenhaft wird auch ihren ersten genetischen Fingerabdruck liefern, der dann diese Art auch in DNA-Datenbanken für die Forschung zugänglich machen wird. Hierzu wird eine in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Sebastian Steinfartz bereits etablierte Methode angewendet, bei der die untersuchten Tiere nicht beschädigt werden und im Anschluss als Belegexemplar in einer öffentlichen Sammlung verbleiben können.

Laubholz-Säbelheuschrecke und artenreiche Wälder werden in Deutschland mit neuem Projekt geschützt

Ein neues Projekt im Bundesprogramm Biologische Vielfalt soll in Nordrhein-Westfalen und in Rheinland-Pfalz das Überleben der Laubholz-Säbelschrecke in Deutschland sichern. Über diese Heuschreckenart ist bislang wenig bekannt, da sie sehr versteckt lebt. Das Projekt „ELSA – Entwicklung naturnaher Eichenwälder für die Laubholz-Säbelschrecke und andere gefährdete Insektenarten“ soll die bestehenden Wissenslücken schließen. Das Vorhaben der Universität Trier wird vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesumwelt- und Verbraucherschutzministeriums (BMUV) in Höhe von 396.000 Euro gefördert.

Die Laubholz-Säbelschrecke lebt gut versteckt in der Kronenschicht von Eichen- und Eichen-Hainbuchenwäldern. Ihr Gesang liegt im Ultraschallbereich und ist für das menschliche Ohr nicht wahrnehmbar, was den Nachweis ihrer Vorkommen zusätzlich erschwert. Nach derzeitigem Wissensstand bevorzugt die Laubholz-Säbelschrecke wärmebegünstigte, artenreiche Eichen- und Eichen-Hainbuchenwälder. Deutschland hat eine besondere Verantwortung für die Art, denn hier liegt der Schwerpunkt ihrer weltweiten Verbreitung.In Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz werden die für den Schutz der Heuschrecke notwendigen Informationen gesammelt.Vom Schutz der Laubholz-Säbelschrecke profitieren auch viele andere Tier- und Pflanzenarten desselben Lebensraums, zum Beispiel Mittelspecht, Waldlaubsänger oder Hirschkäfer. 

Im Projekt werden verschiedene Nachweismethoden und -zeiten für ein Monitoring getestet sowie mit Hilfe von Nischenmodellierung potenziell geeignete Lebensräume identifiziert und überprüft. Außerdem werden die Auswirkungen von bisherigen Naturschutzmaßnahmen auf die Laubholz-Säbelschrecke untersucht.

Um die Laubholz-Säbelschrecke schützen und erhalten zu können, müssen wir ihre Lebensraumansprüche und Ökologie besser kennen. Im Projekt ELSA werden jetzt die notwendigen Wissensgrundlagen gesammelt und gezielte Schutzmaßnahmen entwickelt, damit wir nicht nur diese Heuschreckenart, sondern auch ihren Lebensraum langfristig erhalten können

Sabine Riewenherm, Präsidentin Bundesamt für Naturschutz

Ziel des Projekts der Universität Trier ist es auch, in Kooperation mit Naturschutzbehörden, Forstämtern und Privatwaldbesitzern geeignete Habitate für die Art zu schaffen, aufzuwerten und besser miteinander zu vernetzen. Auf ausgewählten Flächen ist dazu ein geeigneter Umbau von ehemaligen Fichtenforsten hin zu artenreichen Eichenwäldern geplant. Zudem sollen existierende Bewirtschaftungspläne von Schutzgebieten auf ihre Eignung für die Art überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Die Erkenntnisse aus dem Projekt sollen schließlich in einem Leitfaden für den Schutz der Laubholz-Säbelschrecke zusammengefasst werden.

Eulen-Spiegel Workshop November 2021

Im Herbst 2021 fand der Workshop des Projektes „Eulenspiegel“ draußen im Wald statt. Die Teilnehmenden waren alle schon im Studienalter. Der Workshop war ein voller Erfolg. Durch die Kombination aus Wissensvermittlung, praktischen Übungen und spielerischen Elementen wurden die Themen Wald, Eulen, Natur auch für Studierende praxisnah und informativ vermittelt. Natürlich interessierten sie sich vermehrt für das Monitoring mit der Bio-Akustik.

Die Förderung des Umweltbewusstseins sowie die Anregung zum eigenständigen Naturschutz wurden erfolgreich umgesetzt. Zukünftige Veranstaltungen dieser Art sind weiter geplant, um noch eine breitere Altersstufe zu erreichen und jungen Erwachsenen das faszinierende Leben der Eulen näherzubringen.

Ausblick

Aufgrund der positiven Resonanz wird das Projekt „Eulenspiegel“ auch im kommenden Jahr fortgesetzt. Es wird erwogen, das Angebot auf weitere Altersgruppen auszudehnen und zusätzliche Exkursionen in die Lebensräume der Eulen einzubringen. Außerdem ist die Produktion von weiteren didaktischen Materialien geplant, um die Themen Umwelt- und Artenschutz noch breiter zu vermitteln.

Das Projekt schafft ein nachhaltiges Bewusstsein für den Schutz von Eulen und ihrem Lebensraum. Besonders die praxisnahen und interaktiven Elemente des Workshops haben sich als effektiv erwiesen, um das Interesse der Kinder und jungen Erwachsenen zu wecken und langfristiges Lernen zu fördern.

Eine Podcastserie so vielfältig wie der Wald

Biodiversität im Wald
Biodiversität im Wald
Eine Podcastserie so vielfältig wie der Wald
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In dieser letzten Folge der Podcasterie Biodiversität im Wald laden wir euch zu einer Zusammenfassung der spannendsten Inhalte und einen Ausblick in die Zukunft ein.

Kontakt: info@wilderness-society.org

Der Podcast kann auch auf SpotifyApple PodcastsStitcher und Google Podcasts angehört werden.

Klimawandel bedroht Kaukasus-Waldkiefer

Die Kieferwälder der Kaukasus Ökoregion sind wichtiger Fundort für endemische Arten und Biodiversität. Doch die Waldkiefer, ein wichtiger Bestandteil dieser Landschaft, steht unter dem Druck des Klimawandels; eine neue Studie findet, dass über 90% der Waldkieferverbreitung bis zum Ende des Jahrhunderts verloren gehen könnte. 

Zum Nachlesen: Nature.org

Der Waldkiefer (Pinus sylvestris) ist die häufigste Kieferart und kommt vor allem an den Grenzen von Europa in den Kaukasen vor. Diese Region ist als Glazialrefugium, ein wärmeres Schutzgebiet während der letzten Eiszeit, ein globaler Biodiversitätshotspot. Deren Wälder enthalten einzigartige, aber bedrohte Lebewesen wie zu Beispiel den Anatolischen Leopard, den Kuban-Tur und das Kaukasus-Birkhuhn. Die Waldkiefern dominieren in höheren Gebieten, wachsen bis zu 45m hoch und leben normalerweise 150 bis 300 Jahre. 

Anpassung an den Klimawandel möglich?

Die in Nature publizierte Studie beweist, dass die kaukasische Population der Waldkiefer eine hohe genetische Vielfalt besitzt. Wie früher erwähnt stammen die Waldkiefern im Kaukasus-Gebirge aus der Eiszeit und ihre evolutionäre Geschichte unterscheidt sich deshalb vom Hauptbaumbestand in Europa. Diese genetische Variation dient der Anpassung an Klimawandel auf lokalen und regionalen Skalen. 

Doch diese genetische Vielfalt ist laut der Studie unter Druck von klimatischen Veränderungen. Da die Waldkiefer im Kaukasus in sehr niedriger Dichte in einer vom Menschen stark beeinflusste Gegend wächst, gibt es eine hohe Rate von Inzucht, welche durch schwierige Umweltumstände zum größeren Problem wird. Die Wissenschaftler meinen, dass bis 2100 die klimatischen Bedingungen im Verbreitungsgebiet der Waldkiefer das Überleben der Art nicht mehr ermöglicht. 

Um die verlorene genetische Vielfalt der Waldkieferpopulationen wiederherzustellen, sollten die Naturschutzgebiete im Kaukasus, die momentan ca. 18% der Waldökoregion bedecken, erweitert werden. Die Auswirkungen vom Klimawandel können selbstverständlich nur durch globale CO2-neutrale Maßnahmen vermindert werden, aber die nachhaltige Waldbewirtschaftung im Kaukasus-Gebiet könnte auch helfen, die Kieferwälder und deren Tierwelten zu beschützen. 

Die Wildkatze in Österreich – Interview mit Magdalena Meikl

Biodiversität im Wald
Biodiversität im Wald
Die Wildkatze in Österreich - Interview mit Magdalena Meikl
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Wusstet ihr, dass in Österreich immer häufiger Wildkatzen gesichtet werden? Wie viele es eigentlich gibt, ist noch zu wenig erforscht, aber sie scheint sich in Österreichs Wäldern wohl zu fühlen. Mit Magdalena sprechen wir über ihren Lebensraum und Charakteristiken und andere spannende Aspekte!

Der Podcast kann auch auf SpotifyApple PodcastsStitcher und Google Podcasts angehört werden.

Bäume in Städten – die Lösung gegen die Überhitzung?

Eine neue Studie der ETH Zürich hat herausgefunden, dass Bäume in Städten tatsächlich einen großen Unterschied in Bezug auf die Abkühlung der Umgebung machen. Im Durchschnitt kühlen Bäume in mitteleuropäischen Städten die Oberfläche um 10 Grad ab, während Grünflächen ohne Bäume die Oberfläche nur um 5 Grad abkühlen. In Südeuropa ist dieser Effekt jedoch geringer.

Die Studie

Die Studie, die in Nature Communications veröffentlicht wurde, analysierte Satellitenbilder von 293 europäischen Städten, darunter auch Städte in Österreich wie Salzburg und Wien. Die Ergebnisse waren eindeutig: In allen Städten hatten Bäume den größten Einfluss auf die Oberflächentemperaturen im Sommer. Aber warum?

Der größte Faktor ist die Verdunstung. Bäume nehmen im Vergleich zu Gras aufgrund ihrer tiefen Wurzeln mehr Wasser auf und kühlen so die Atmosphäre ab. Ein weiterer Faktor ist der Schatten, den sie ihrer Umgebung spenden und damit die Aufheizung von Oberflächen wie Straßen und Gebäuden verhindern.

Auswirkungen auf die Stadtplanung


Die Überhitzung in europäischen Städten ist im Laufe der Jahre immer problematischer geworden. Mehrere Tage mit Temperaturen über 40 °C sind keine Seltenheit, und vor allem die sehr junge und ältere Generation leidet darunter. In extremen Fällen kann dies sogar zu Todesfällen führen. Da die Temperaturen durch den Klimawandel noch weiter ansteigen werden, müssen die Städte bei der Planung und Umgestaltung ihres Raums unbedingt neue Strategien anwenden. Mehr Bäume und grüne Infrastruktur, mehr Parks und weniger Beton sind der Schlüssel zu kühlen und lebendigen Städten der Zukunft.

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