Nicht heimische Arten und Beweidung – Webinare in September und Oktober

Im September und Oktober setzen wir unsere Webinar-Reihe fort mit drei sehr spannenden Beiträgen von Vlado Vancura.

Der Waldexperte und Biodiviersitätskenner Vlado Vancura wird nicht nur aktuelle Studienergebnisse teilen, sondern vor allem auch seine Erfahrung aus über 40 Jahren Forstwirtschaft und Naturschutz mit allen Teilnehmenden teilen.

Donnerstag, 22. September 2022: Nicht heimische Arten in europäischen Wäldern

Unerwünschte Eindringlinge oder willkommene Hilfe? Welchen Status haben nichtheimische Arten in den europäischen Wäldern? Brauchen wir sie, weil der Klimawandel einheimische Arten verschwinden lässt, oder sind sie schädlich? Experte Vlado Vancura wird diese und weitere Fragen in seinem Webinar am Donnerstag, den 22. September 2022, 13:00 – 14:00 Uhr, beantworten.

Hier können Sie das Webinar nachschauen.

Donnerstag, 06. Oktober 2022: Beweidung und Biodiversität

Was hat Beweidung mit Artenvielfalt zu tun? Wie wichtig ist diese Tradition heute noch? Und welche Beweidungstechniken sind am besten geeignet?

Auf diese Fragen geht Vlado Vancura in seinem Webinar am Donnerstag, 06. Oktober 2022, 13:00 – 14:00 Uhr ein. Hier können Sie das Webinar nachschauen, um mehr über dieses interessante Thema zu erfahren!

Donnerstag, 13. Oktober 2022: Beweidung – ein wichtiges Element der Bergwirtschaft, Kultur und Identität

Beweidung ist ein wichtiger Bestandteil der Bergbewirtschaftung. In seinem Webinar am Donnerstag, den 13. Oktober 2022, 13:00 – 14:00 Uhr, beantwortet Vlado Vancura Fragen wie, welchen Einfluss die Beweidung noch immer hat und wie sich die Beweidung historisch entwickelt hat. Hier können Sie das Webinar nachschauen.

Die Webinare finden wir immer Donnerstags, von 13:00 – 14:00 statt und die Teilnahme ist kostenlos. Wir freuen uns auf Ihre zahlreiche Teilnahme und einen regen Austausch zu diesen spannenden Themen!

Zurück zur Natur: Nachhaltige Waldwirtschaft in Deutschland und Österreich

„Nachhaltige Waldwirtschaft” nennt man Wald-Management, das neben dem wirtschaftlichen Holzerwerb auch Wert legt auf Artenvielfalt, diverse Strukturen und ein gesundes Ökosystem. Die dadurch entstehenden natürlichen Prozesse, z.B. eine Verjüngung des Baumbestandes, werden für die Bewirtschaftung genutzt. Es gibt also möglicherweise nicht nur ökologische, sondern auch praktische oder sogar finanzielle Vorteile für Waldbesitzer. Vor allem geht es auch darum das Ökosystem Wald langfristig als stabile Ressource nutzbar, und resistent gegen Schädlinge und abiotische Gefahren zu machen.
Typische Ziele sind unter anderem:

  • Mischwälder aus dem Standort angepassenden Arten
  • Verschiedene Altersstrukturen
  • Keine Verwendung von Pestiziden, Herbiziden oder anderen Schadstoffen
  • Natürliche Verjüngung der Bäume
  • Erhaltung der Wildbestände (soweit verträglich)
  • Langfristige Nutzbarkeit der Ressource Wald.

Eine genaue Beschreibung und Erklärungen zu den verschiedenen Aspekten der nachhaltigen Waldwirtschaft ist hier zu finden. Außerdem gibt es einen Podcast über das Thema, sowie ein Interview mit Förster Gerald Blaich über die praktische Anwendung der naturnahen Waldwirtschaft.

Mehr Geld für grünes Wald-Management in Deutschland

In Deutschland hat nun das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft bekanntgegeben, über die nächsten 5 Jahre 900 Millionen Euro für nachhaltigeres Wald-Management bereitzustellen. Damit will man Insbesondere den Auswirkungen des Klimawandels entgegenwirken, und Wälder an die sich ändernden Klima-Bedingungen anpassen. WaldbesitzerInnen erhalten ab jetzt Förderungen für Management, das in Bezug auf Nachhaltigkeit über den gesetzlichen Mindeststandard hinausgeht. Wer seine Wälder „klimafit“ macht, profitiert also nicht nur langfristig von einem gesicherten Einkommen, sondern erhält auch auf kurze Sicht mehr Geld.

In einem weiteren Teil der neuen Förderung soll in Zukunft auch ein Anreiz gegeben werden, Wälder mit hohem ökologischem Wert weniger intensiv zu bewirtschaften. Allerdings werden diese Gelder erst in Zukunft freigegeben.

Im August besuchten zwei Parlamentarische Staatsekretärinnen einen Forstbetrieb im Brandenburg um die Auswirkungen naturnaher Praktiken mit eigenen Augen zu sehen. Dr. Manuela Rottmann kommentierte:

„Jeder Wald, den wir infolge der Klimakrise durch Dürre oder Waldbrand verlieren, ist ein Wald zu viel.“ (…)

Dr. Bettina Hoffmann bewertete die lokalen Maßnahmen als positiv:

„Das Ergebnis kann man direkt sehen. Der Wald ist grüner und feuchter, weil die unterschiedlich großen Bäume den Boden beschatten und Verdunstung vermeiden. So ist er gegen die Folgen der Klimakrise besser gewappnet. Naturverjüngung, alte höhlenreiche Bäume und Totholz bieten Lebensräume für Spechte, Fledermäuse und Insekten. Genau das brauchen wir für unsere Wirtschaftswälder!“

Wie ist die Situation in Österreich momentan?

Wie aber sieht es mit ökologischer Bewirtschaftung in Österreichs Wäldern aus? Diese bedecken immerhin fast 50% des Landes und geben 300.000 Menschen einen Lebensunterhalt. Auch hier gewinnt daher Nachhaltigkeit und Klima-angepasstes Waldwirtschaften immer mehr an Bedeutung. Das österreichische Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft hat daher 2020 das Maßnahmenpaket „Waldfonds“ ins Leben gerufen. Mit 350 Millionen Euro sollen 10 Aspekte der Forstwirtschaft zukunftssicher und nachhaltig gestaltet werden. Die 10 Maßnahmen sind

  1. Wiederaufforstung nach Schadereignissen
  2. Errichtung klimafitter Wälder
  3. Abgeltung von durch den Klimawandel verursachte Borkenkäferschäden
  4. Errichtung von Lagerstätten für Schadholz
  5. Mechanische Entrindung als Forstschutzmaßnahme
  6. Sicherstellung der Waldbrandprävention und -bekämpfung
  7. Forschungsanlage zur Herstellung von Holzgas und Biotreibstoffen
  8. Forschungsschwerpunkt „klimafitte Wälder“
  9. Holzinitiative
  10. Stärkung, Erhalt und Förderung der Biodiversität im Wald

Ein Blick in die Zukunft

Wälder sind essentiell für uns Menschen als Rohstoff- und Einnahmequelle, aber sie tragen auch bei zur Klimaregulation, sauberen Luft und sind wichtiger Teil ökologischer Netzwerke für Flora und Fauna. Aus diesen Gründen ist es ausgezeichnet zu sehen, wie sowohl Deutschland als auch Österreich versuchen den Wald auch für zukünftige Generationen gesund zu erhalten. Das dies auch funktioniert zeigt zum Beispiel die Zunahme diverser Baumarten in Österreichs Wäldern und die hohe Anzahl von Tierarten in naturnahen Wäldern. 

Biber helfen im Kampf gegen den Klimawandel

Biber sind vielen Leuten bekannt als putzige, schwimmende Nagetiere, die gerne Bäume fällen und Dämme bauen. Manchmal kommen sie dadurch leider auch in Konflikt mit Menschen, wenn sie Wasser-Zugänge blockieren oder wertvolle Bäume fällen. In der Fachwelt aber kennt man sie vor allem als sogenannte ecosystem engineers („Ökosystem-Ingenieure“), also eine Art die Ökosysteme nachhaltig gestaltet um sie ihren eignen Bedürfnissen anzupassen, sodass auch viele andere Arten und oft die Landschaft als Ganzes davon profitiert.
Biber tun dies indem sie Dämme bauen und Kanäle anlegen um den Wasserspiegel zu verändern, gezielt bestimmte Bäume fällen, Totholz erzeugen und dadurch Platz und mehr Vielfalt an Gewässerufern schaffen. So entstehen Nistplätze, Verstecke und Futter für alle möglichen Arten, von Insekten über Frösche, Fische, Vögel wie Specht und Eisvogel und sogar andere Säugetiere wie zum Beispiel Hasen und Marder.

Anfang des 20. Jahrhunderts waren Biber in Europa durch unkontrollierte Jagd für Fleisch und Pelz beinahe ausgerottet, doch breiten sie sich heute wieder in ganz Europa aus. Mit zunehmender Anerkennung ihrer ökologischen Bedeutung wächst auch die Zahl der Schutz- und Wiederansiedlungs-Programme, sodass heute wieder etwa 1,2 Millionen Biber in Europa leben.

Neueste Erkenntnisse zeigen nun auch, wie wichtig Biber im Kampf gegen Hitze- und Dürreperioden sein können – bedeutungsvoll vor allem mit Blick auf die weiter steigenden globalen Temperaturen aufgrund des Klimawandels.

Warum und wie helfen Biber bei Dürre?

Die verschiedenen Bau-Tätigkeiten der Biber schaffen nicht nur vielfältigen Lebensraum für andere Arten, sondern tragen auch aktiv zur Wasser- und Temperaturregulierung im Ökosystem bei. Dabei haben Biber direkten und indirekten Einfluss auf das lokale Klima, unter anderem durch die folgenden Aspekte:

Der Bau der bekannten Biber-Dämme blockiert und verlangsamt den Lauf des Wassers.

Dadurch verteilt sich das Wasser auf einer größeren Fläche und es entstehen so weite Feuchtgebiete mit verhältnismäßig niedrigem Wasserstand. Da das Wasser nicht so schnell abläuft, sondern mehr Zeit hat in den Boden einzudringen, steigt der Grundwasserspiegel und den Pflanzen steht auch in trockenen Zeiten mehr Wasser zur Verfügung. 
Mehr Wasseroberfläche bedeutet außerdem mehr Verdunstung bei warmem Wetter – ein weiterer Kühleffekt für die Luft.

Das Anlegen von kleinen Kanälen schafft ein natürliches Bewässerungssystem. 

Schmale Kanäle von und zu ihrem Bau helfen Bibern dabei Baumaterial oder Futter nicht mühsam über den Landweg transportieren zu müssen. Ganz nebenbei agieren diese Gräben im Ökosystem genau wie Tröpfchen-Bewässerungssysteme in der Landwirtschaft, indem sie Wasser Stück für Stück an alle umliegenden Gebiete abgeben.
Übrigens: die Kanalsysteme von Bibern sind auch in Zeiten von Flut extrem hilfreich, da sie umgekehrt auch dabei helfen, überschüssiges Wasser gleichmäßig zu verteilen und so Überflutungen zu verhindern.

Gesunde Ökosysteme = Robuste Ökosysteme.

Ganz allgemein lässt sich sagen, dass die Resilienz eines Ökosystems – also dessen Fähigkeit mit extremen Einwirkungen wie Temperaturschwankungen, Trockenheit/Flut oder anderen Schäden umzugehen – in direktem Zusammenhang damit steht, wie gesund die Gemeinschaft aus Umwelt, Pflanzen und Tieren ist. Grundsätzlich gilt: höhere Diversität schafft mehr Robustheit, während das Fehlen von Arten ein System anfälliger für Schaden macht. Da Biber nicht nur selbst teil gesunder Ökosysteme sind, sondern auch anderen Arten Lebensraum schaffen, tragen sie so auch direkt dessen Resilienz bei.

Biber-Transfers und Nachahmung von Dämmen in den USA

All diese positiven Effekte führen dazu, dass Forscher und Grundbesitzer in den USA inzwischen aktiv Biber nutzen um Hitzeperioden und Dürren entgegenzuwirken. Auch dort sind die Tiere in den letzten Jahrhunderten auch aus vielen Teilen verschwunden, während sie an anderen Orten durch Dam-bedingte Überschwemmungen oder ungewolltes Baum-Fällen Probleme bereiten. Daher werden „Problem-Biber“ nun manchmal „versetzt“ anstatt abgeschossen, und zwar in Gegenden wo ihre Bau-Fähigkeiten helfen können, die Landschaft robuster gegen die steigenden Temperaturen und anhaltenden Dürren des Klimawandels zu machen.
Außerdem werden sogenannte „Biberdamm-Mimikry“ verwendet, Damm Nachbauten mit denen man sich die gleichen positiven Effekte für Wasser- und Klimaregulierung erhofft wie echte Biberdämme sie bereitstellen.

Viele Grundbesitzer sind zwar noch skeptisch gegenüber den neuen Methoden, aber mit einem stetig wandelnden Klima werden solche Bionik-Technologien (=aus der Natur kopiert) wohl zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Mehr lesen über das Thema kann man in diesem Nature.org Bericht über Biber Mimikry Projekte (Englisch).

Katzen wollen ihre Menschen „schulen“

Ein Leid, das wahrscheinlich jeder Hauskatzenbesitzer kennt: Wieder einmal hat Katze Lilli oder Kater Mau eine lebende Maus oder einen noch halb flatternden Vogel mitgebracht und ihn im „besten“ Fall auch noch direkt im Bett abgelegt.

Das Jagen und Fangen ihrer Beute gehört zum instinktiven Verhalten der Tiere und ist je nach Charakter unterschiedlich ausgeprägt. Es gibt durchaus auch genug faule Katzen, die sich nie von ihrem Schlafplatz auf der Couch oder vor dem Ofen weg bewegen und mit dem Futter, das sie von ihren Menschen bekommen, zufrieden sind.

Aber warum bringen viele Katzen eigentlich lebendige Tiere mit in ihr Zuhause? Viele Menschen meinen, dass ihre Katze ihnen so ihre Liebe und Anerkennung zeigt, indem sie ihre Menschen auch umgekehrt mit Futter zu versorgen versucht. Verhaltensbiologen haben dafür jetzt aber eine andere Antwort: Sie wollen ihre Menschen in der Jagd von Beutetieren schulen! Die Jagd ist für Katzen überlebenswichtig und dient auch zur Versorgung des Nachwuchses. Katzen jagen laut britischen Wissenschaftlern am meisten, wenn sie Jungtiere haben. Wenn die Kleinen dann älter werden, bekommen sie immer häufiger lebende Beutetiere vor die Nase gesetzt, um den Beutefang selbst zu erlernen.

Anscheinend übertragen Hauskatzen dieses Verhalten auch auf die Menschen, die in ihrem Haushalt leben. Nicht ganz zu Unrecht schätzen Katzen die Menschen als unfähige Jäger ein und wollen ihnen mit ihren wiederkehrenden „Geschenken“ diese Fertigkeit beibringen. Dieses Verhalten könnte auch ein weiterer Hinweis darauf sein, dass sich Katzen tatsächlich als „Herrscher“ und Verantwortliche im Haushalt sehen. Die Menschen reagieren natürlich aus Sicht der Katze völlig falsch, denn entweder gibt es großes Ekelgeschrei oder die Menschen setzen die armen, halb lebendigen Tierchen wieder in die Freiheit aus.

Hauskatzen waren übrigens ursprünglich in Europa nicht heimisch. Sie stammen von der afrikanischen Falbkatze (Felis silvestris lybica) ab und haben sich vor allem im ersten Jahrtausend vor Christus während des Römischen Reiches in Europa verbreitet. Hier ursprünglich heimisch ist die Europäische Wildkatze (Felis silvestris silvestris), eine sehr heimlich lebende Art, die auf Wälder angewiesen ist und anhand einiger Merkmale, wie z.B. einem durchgehenden Aalstrich auf dem Rücken, einem sehr buschigen Schwanz mit 3 klar getrennten Ringen am Schwanzende und einer insgesamt etwas bulliger wirkenden Statur von der Hauskatze zu unterscheiden ist.

Einfach ist das aber nicht, dafür braucht es schon Experten und leider ist es auch so, dass sich die Hauskatze mit der Wildkatze paaren kann, was eine große Bedrohung für die Europäische Wildkatze darstellt. Wildkatzen fressen übrigens hauptsächlich Wühlmäuse und stellen keine Bedrohung für die heimische Tierwelt wie z.B. Vögel oder Reptilien dar. Das kann man von der Hauskatze leider nicht behaupten, denn freilaufende Hauskatzen haben zum Aussterben oder zum Rückgang von weltweit 33 Tierarten beigetragen. Darunter findet sich beispielsweise auch der neuseeländische Kiwi.

Um dieses Problem und auch die Vermischung mit der Europäischen Wildkatze zumindest ansatzweise zu lösen, ist es wichtig, dass Hauskatzenbesitzer verantwortungsvoll handeln und ihre Katzen kastrieren lassen. Eine Studie zeigt auch, dass mehr abwechslungsreiche Spielzeit in ihrem Zuhause, Halsbänder mit Glöckchen und eine Ernährung mit hohem Fleischgehalt die Erbeutung wildlebender Tiere reduziert.

Umwelt-Allianz zwischen Österreich und Ukraine

Zusammen mit dem Direktor der Abteilung für Schutzgebiete des Ministeriums für Umweltschutz und natürliche Ressourcen der Ukraine, hat das Team der European Wilderness Society einen Think Tank zum möglichen Austausch von Schulungen, Fortbildungsmaßnahmen und Wissensaustausch ins Leben gerufen.

Während eines ersten Treffens war der aktuelle Zustand der ukrainischen Schutzgebiete ein wichtiges Gesprächsthema. Diskutiert wurde auch, wie sich der Krieg auf das European Wilderness Network und die Forstwirtschaft und Wälder auf der ganzen Welt und insbesondere in Österreich und der Ukraine auswirken könnte.

Das ukrainische Ministerium äußerte Interesse an einer Zusammenarbeit zur Unterstützung von Naturschutzaktivitäten sowie an gemeinsamen Aus- und Fortbildung von im Naturschutz arbeitenden Personen sowohl in Österreich als auch in den ukrainischen Schutzgebieten. Dies soll dazu dienen, die unterschiedlichen Ansätze und Methoden im Naturschutz zwischen der EU und der Ukraine zu vergleichen, ganz besonders um die Vor- und Nachteile beider Ansätze herauszuarbeiten.

Wichtige Schutzinstrumente: FFH- und Vogelschutzrichtlinie

EU-Länder wie Österreich würden so mehr Einblick in andere Ansätze des Naturschutzes erlangen und könnten zur Vorbereitung des EU-Beitritts der Ukraine und zur Anpassung der EU-Umweltgesetzgebung beitragen. Zu diesen Rechtsvorschriften gehört die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie), die die Erhaltung einer Vielzahl bedrohter Tier- und Pflanzenarten gewährleistet.

Die FFH-Richtlinie rückt immer wieder ins Blickfeld und wurde 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen erlassen. Sie hat zum Ziel, die Erhaltung der biologischen Vielfalt unter Berücksichtigung wirtschaftlicher, sozialer, kultureller und regionaler Erfordernisse zu fördern. Sie bildet mit der Vogelschutzrichtlinie den Eckpfeiler der europäischen Naturschutzpolitik und etabliert das EU-weite Natura 2000-Ökonetz von Schutzgebieten, das vor potenziell schädlichen Entwicklungen geschützt ist.

Die weltweite Biodiversität im Allgemeinen und in Wäldern ist sehr wertvoll, daher sind gemeinsame Anstrengungen zu ihrem Schutz erforderlich – auch in Krisenzeiten. Immerhin sind fast 48% der österreichischen Staatsfläche mit Wald bedeckt, was ungefähr 4 Millionen Hektar Wald ausmacht. Die Ukraine hat hingegen einen Waldanteil unter 20% , das entsprach vor 20 Jahren ungefähr 9,4 Millionen Hektar.

Ein Plan zum Schutz der Biodiversität in beiden Ländern, würde auch die Vielfalt der EU-übergreifenden Themen, die für die Ökosystemleistungen relevant sind, wie die Gemeinsame Agrarpolitik, grüne Infrastruktur, das Natura-2000-Netzwerk, die Forststrategie, die Wasserpolitik, Energie, Unternehmens- und Industriesektoren und Gesundheit beleuchten.

Die im Zuge des Projekts „BioDiv“ stattfindenden Podcasts, Interviews und Webinare sind ein guter Start für einen Wissensaustausch zwischen beiden Ländern und sollen weiter zu beiderseitigen Erkenntnissen ausgebaut werden. Die European Wilderness Society freut sich über die Kontaktaufnahme des Ministeriums für Umweltschutz und natürliche Ressourcen der Ukraine, die auf Grund der langjährigen internationaler Verbindungen zu diesem schönen Land der Karpaten geschah.

Auf den Spuren von Eulen und anderen Waldbewohnern

Gestern waren wir mit 16 Kindern der MS Bad Vigaun draußen unterwegs – und zwar mit unserem Eulenworkshop im Rahmen des Projektes Eulenspiegel, diesmal mit verstärktem Fokus auf dem Lebensraum Wald. Bei ca. 30 Grad Außentemperatur und etwa 35 Grad Innentemperatur hielten wir uns nur für etwa eine Stunde im Klassenzimmer auf, um ein bisschen theoretisches Wissen über Eulen und ihren Lebensraum Wald zu vermitteln. Trotz der schweißtreibenden Temperaturen waren die Kids voll dabei – besonders zum Wald musste ihnen Magdalena nicht mehr viel erzählen, da sie schon alles wussten: Den Aufbau der verschiedenen Schichten sowie deren Bewohner, sogar die verschiedenen Wurzelsysteme unserer heimischen Baumarten konnten sie benennen und erklären. Bei den Eulen faszinierte sie besonders der Ruf und das lustige Aussehen des Sperlingskauzes.

Dann machten wir uns auf den Weg nach draußen in den Wald, und zwar in das Natura 2000-Gebiet „Lebensader Taugl. Das europaweit wichtige Naturschutzgebiet beinhaltet die Taugl, einen wunderschönen Fluss, inklusive Flussbett und Wald. Besonders geschützt sind hier bodenbrütende Vogelarten wie Flussuferläufer, Flussregenpfeifer und Gebirgsstelze. Die Kinder hörten das erste Mal von Natura 2000, die Wichtigkeit dieses europaweiten Schutzgebietsnetzwerkes für gefährdete Arten und Lebensräume hat ihnen Magdalena natürlich erklärt.

An einem schattigen Plätzchen schauten wir uns die Unterschiede zwischen Eulen- und Greifvogelfedern, Eulengewölle und die darin gefunden Knochen von Feldmaus, Frosch, Kernbeisser…. an. In einem schönen Waldteil, wo noch die Reste der früheren wirtschaftlichen Nutzung anhand der Fichten zu erkennen war, durften die Kinder auf Entdeckungstour gehen. Sie fanden eine Kreuzspinne, Weinbergschnecken, Heuschrecken, diverse Zapfen, abgestorbene Baumstämme mit Fraßspuren des Borkenkäfers und noch vieles mehr. Der Übergang von einem Nutzwald zu einem der Natur überlassenen Wald war sehr gut zu erkennen. Leider wurde uns die Zeit zu kurz und wir mussten wieder zurück zur Schule, damit die Kinder ihren Bus erwischten.

Danke an die Kinder und ihre engagierte Lehrerin für diesen spannenden Nachmittag in der Natur!

Webinar: Von der Abholzung zum Schutz – Wälder in Europa

In diesem Webinar spricht der Waldexperte Vlado Vancura darüber, wie die Wälder in Europa in den letzten 2000 Jahren genutzt wurden.

Ausgehend von der Frage, warum Europa vor vielen Jahren Wälder verloren hat, geht er auf die Folgen dieser massiven Abholzung ein und beendet seinen Vortrag mit einem positiven Ausblick auf den heutigen Waldschutz in Europa.

Viele weise kleine Eulen – Eulenworkshop in der VS Straßwalchen

Gestern waren wir mit unserem Eulenworkshop in der 2b der VS Straßwalchen. Die Kinder hatten sogar einige Federn mitgebracht, die sie im Wald gefunden oder bei Greifvogelshows bekommen hatten. Und da war tatsächlich die eine oder andere Eulenfeder dabei, z.B. vom Uhu und der Schleiereule. Die Kinder wussten schon viel über Eulen, obwohl sie vorher im Unterricht nichts dazu gemacht hatten.

Besonders fasziniert waren sie vom Speisezettel der Eule, wobei der Hase und das Rehkitz eher keine Begeisterung hervorriefen. Dass der Sperlingskauz nur ca. 60 g wiegt, also soviel wie ein Ei, und der Uhu 3 kg, versetzte die Kinder ins Staunen. Beim Erraten der Eulenstimmen wurde der Uhu natürlich sofort erkannt, die Zwergohreule und der Habichtskauz waren da schon etwas schwieriger.

Die Kinder durften dann noch alle ihre selbst mitgebrachten Federn und die Greifvögel- und Eulenfedern von uns im Mikroskop und unter den Lupen anschauen. Die sägeartig gezahnten Federn der Eulen waren deutlich von den anderen zu unterscheiden. Die Gewölle mit den verschiedenen Knochen wurden mit gemischten Gefühlen begutachtet, aber es war auf jeden Fall spannend, was da so alles in einem Eulengewölle zu finden ist.

Beim Lösen des Kreuzworträtsels und beim Memory spielen waren die Kinder sehr flott unterwegs. Man merkte ihnen die Begeisterung für Eulen wirklich an und viele Kinder erzählten von Eulenbeobachtungen im Wald, die sie bereits gemacht hatten.

Es hat großen Spaß gemacht, vielen Dank an die Kinder und ihre Klassenlehrerin Frau Hechtberger! Vielleicht sehen wir uns ja nächstes Jahr mit einem Schmetterlingsworkshop wieder!

Erster Eulen-Schulworkshop in Niederösterreich

Anfang Juni gab es eine Premiere, denn wir führten den ersten Workshop zum Thema „Vom Uhu bis zum Sperlingskauz – Eulen im Lebensraum Wald“ im Rahmen unseres Projektes „Eulen-Spiegel” durch. Wir besuchten das BRG Perchtoldsdorf in der Nähe von Wien.

Die Kinder der Biologieklasse hatten jedenfalls schon sehr viel Wissen über unsere heimischen Eulen angesammelt und waren mit Feuereifer dabei. Nach einem akustischen Ausflug in die Welt der Eulenstimmen wurden Federn von Habichtskauz und Waldohreule sowie verschiedener Greifvögel wie Steinadler, Mönchsgeier und Seeadler unter dem Binokular auf ihre Unterschiede begutachtet.

Das Highlight war die Sektion der Gewölle von Eulen. Die Kids brachten alle möglichen Knochen ans Tageslicht: Krallen verschiedener Vögel, noch intakte Vogelfedern, Schnabelreste, die Hälfte eines Gebisses einer Maus, einen halben Froschschädel und allerlei Oberschenkelknochen, Ellen und Speichen. Ein sehr repräsentativer Auszug aus dem Speiseplan der Eulen also. Es hat echt Spaß gemacht und wir hoffen, dass die eine oder der andere vielleicht sogar noch zuhause einen Nistkasten für Schleiereule, Steinkauz und Waldkauz baut.

Herzlichen Dank an die motivierten SchülerInnen, die für unseren Workshop sogar nach dem Pausenklingeln noch blieben! Vielleicht sehen wir uns ja mal wieder!